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„Quartier St. Nikolai – gemeinschaftliches Wohnen in allen Altersgruppen“, Hannover

URTEIL DER JURY

Das neue Quartier St. Nikolai im hannoverschen Stadtteil Limmer schreibt wie selbstverständlich die Geschichte des Ortes fort. Der hervorragende städtebauliche Entwurf nimmt auf die Landmarken der Umgebung Bezug. Der ganzheitliche Konzeptansatz ist nutzungs- und funktionsorientiert, wirkt ortsprägend und signifikant. Die Stringenz der Architektursprache und die klare, eineindeutige Form- und Materialsprache analog zum historischen Kontext mit „alter Pferdewiese“, dem nahegelegenen Lehmberg mit der St. Nikolaikirche ist nachvollziehbar.

Die dichte Bebauung des Areals ist mit einem konsequent landschaftsarchitektonischen Gestaltansatz verbunden. Dieser schafft interessante Bereiche von großer außenräumlicher Qualität. Das Gebäudeensemble ist bewusst durch spannende Raumsequenzen und Sichtbezüge thematisiert. Die klare, funktional hausbezogene Ausweisung der Stellplätze, die Adressbildung der Gebäude und die klar definierte Gartenseite lassen eine gute Orientierung trotz offener Bauweise erkennen. Dabei stärken die Setzung der Solitärbaumpflanzungen bzw. die Berücksichtigung des Baumbestandes den bewusst informalen, städtebaulichen Ansatz.

Die schrägen Dachausbildungen sowie die eher stringent und sich wiederholenden Fassadenabwicklungen wirken je nach Blickwinkel facettenreich.

Die Vorgartenzonen sowie die Stellplätze takten sich funktional und nutzungsorientiert als Begegnungsräume bedingt in das gemeinschaftsorientierte Gesamtkonzept ein. Die rückseitig, an einzelne Gebäude angedockten Gemeinschaftsgärten stärken die Idee des neuen Quartiers für gemeinschaftliches Wohnen in allen Altersgruppen.

STÄDTEBAULICHE MERKMALE

Das Grundstück mit alten Solitärbäumen befindet sich in der historischen Mitte des Dorfkerns im Hannoverschen Stadtteil Limmer, nahe dem Wahrzeichen St. Nikolai-Kirche. Durch universell nutzbare, aufgepflasterte Flächen im Eingangsbereich der Gebäude soll der fließende Verkehr im neuen Quartier eingedämmt werden.

GESTALTUNGSMERKMALE

„Die gewählte Konstruktion, Konfiguration und Gestaltung des Ensembles ist deutlich optimiert in der Handhabung, Orientierung und Erinnerbarkeit: Es gelten umfassend die Prinzipien des universal design.“ (aus den Erläuterungen der Entwurfsverfasser).

NUTZUNGSMERKMALE

Neubau eines Wohnquartiers mit 45 Einheiten.

ZUKUNFTSWEISEND, KLIMAGERECHT, NACHHALTIG

„Schweizer Begegnungszonen“ (aus den Erläuterungen der Entwurfsverfasser).

IDENTITÄT

Quartier im „universal design“.

ADRESSE

Sackmannstraße 33-67 (ungerade), 30453 Hannover

BAUHERR

Spar- und Bauverein eG, Hannover

ENTWURFSVERFASSER

kellner schleich wunderling architekten und stadtplaner GmbH, Hannover

(MA: Jonas Thomann)

WEITERE BETEILIGTE

IBH Ingenieurbüro Höyns , Hannover (Tragwerksplanung) / nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock, Hannover (Landschaftsarchitektur)

FERTIGSTELLUNG

2017

FOTOS

Marcus Bredt