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„Haus Im Stadtpark“, Lüneburg

URTEIL DER JURY

Nähert man sich von Westen über den zentralen Stadtteilpark des Hanseviertels in Lüneburg, eine weitläufige Stadterweiterung auf einer Kasernen-Konversionsfläche, erscheint die Wohnanlage mit 17 Eigentumswohnungen als elegante, lang gestreckte Figur, die sich wohltuend von der heterogenen Bebauung des Umfeldes absetzt. Dem mit DGNB in Gold zertifizierten Objekt gelingt hier die vom Verfasser deklarierte, identitätsstiftende Ausstrahlung. Auf seiner Schauseite lässt sich die bauliche Skulptur mit ihren fließenden Linien und Verschränkungen im Einklang mit der hochwertigen Freiraumgestaltung als Spiel mit der Topografie des Parks ablesen.

Diese architektonische und außenräumliche Qualität setzt sich zunächst in den fließenden und gut organisierten Grundrissen fort, die großzügig und mit hervorragenden Innen-Außenbezügen aufwarten. Es zeigt sich ein hoher Wohnwert mit sowohl funktionalen als auch atmosphärischen Vorzügen, eigenständig und unverwechselbar. Insbesondere die Differenzierung der Loggien und Terrassen mit halböffentlichen wie auch eher intimen, privaten Bereichen ist gelungen.

Die Bauweise als Stahlbetonbau mit vorgesetzten Holzfassaden, weiß verputzt und teils mit einer vielfältigen Modulierung der Innenräume in Trockenbau muss in Teilen auf weniger nachhaltige WDVS-Systeme zurückgreifen, dafür bilden Form und Funktion eine überraschende Symbiose.

Die Erwartung an eine adäquate Ausgestaltung der Nord- und Ostseite wird nicht erfüllt: Hier hätte man sich die gleiche Sorgfalt wie im konzeptionellen Ansatz und der Ausformung der Westseite erwartet.

Insgesamt ist das „Haus im Stadtpark“ als überdurchschnittliches Beispiel für eine zeitgemäße Eigentumswohnanlage hervorzuheben.

STÄDTEBAULICHE MERKMALE

Der Bau ist Teil des Hanseviertels, einer Stadterweiterung auf einer Kasernen-Konversionsfläche. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Stadtpark mit prägenden Linien und Topografie. „Laut Auslobung sollten zwei Häuser mit Straße zwischen Park und Grundstück entwickelt werden. Unsere städtebauliche Idee sah vor, nur ein Gebäude zu platzieren, die Erschließung auf die Nordseite zu legen und zum Park nur eine fußläufige Erschließung mit weniger Versiegelung vorzusehen. Durch geschickten Grundstückstausch ist die orthogonale Grundstücksgrenze nach Westen in eine neue Form gebracht worden.“ (aus den Erläuterungen der Entwurfsverfasser)

GESTALTUNGSMERKMALE

Reliefartig ausgebildete vorgehängte Fassade.

NUTZUNGSMERKMALE

Neubau eines Wohngebäudes mit 17 barrierefrei zugänglichen Wohnungen von 85 bis 140 qm. Alle Wohnungen sind mindestens zweiseitig belichtet und verfügen über Loggien oder Terrassen zum Park. Treppenhäuser mit einläufigen Treppen aus Sichtbeton mit eingelegten Eichenstufen. Tiefgarage mit 17 Plätzen.

ZUKUNFTSWEISEND / KLIMAGERECHT / NACHHALTIG

Erstes Gebäude in Lüneburg mit DGNB Gold Zertifikat.

IDENTITÄT

Wohnen mit dem Stadtpark

HINWEISE

Ergebnis eines Architektenwettbewerbs. 1. Preis des Wettbewerbs für zukunftsträchtige und nachhaltige Wohnkonzepte 2013.

ADRESSE

Hansestraße 76, 78, 80, 21337 Lüneburg

BAUHERRIN

Sparkassen Hanse Immobilien GmbH, Lüneburg

ENTWURFSVERFASSER

q:arc Architektur | Design Jakubeit & Rapp Partner Architekten mbB, Lüneburg,Dipl.-Ing. Michael Rapp, Dipl.-Ing. Johannes Jakubeit, M.A. André Krause, Dipl.-Ing. Bastian Petrow, M.A. Marta Wozniak, Dipl.-Ing. Wolfgang Grenz, M.A. Jannina Lyczynski, M.S. Oliver Zeise

WEITERE BETEILIGTE

Breimann & Brunn GmbH & Co. KG Hamburg (Landschaftsarchitektur) / MNP Ingenieure, Lübeck, Dr.-Ing. Hendrik Müller (DGNB-Zertifizierung) / RSI Ingenieure, Rolf Schröder Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg (Hochbau LPH 6-8) / Ingenieurgemeinschaft Dr. Maack GmbH, Dipl.-Ing. Dirk Smarsly, Salzhausen (Tragwerksplanung) / IKS Ingenieure, Dipl.-Ing. Axel Scharlemann, Braunschweig (TGA-Planung)

FERTIGSTELLUNG

März 2017

FOTOS

bildhübsche fotografie Andreas Körner