Weiter zum Inhalt

Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2026 geht an das Museum Friedland

| Presseinformation

Bauminister Grant Hendrik Tonne zeichnete das Büro dichter Architekturgesellschaft mbH aus Berlin und das Staatliche Baumanagement Südniedersachsen, Göttingen, am 5. November in Hannover aus

PREISTRÄGER: Museum Friedland, 2. BA, Friedland
Foto: Raoul Kunz dichter Architekturgesellschaft mbH
NOMINIERUNG 1: Erweiterung Lutherschule, Hannover
Foto: Frank Aussieker
NOMINIERUNG 2: Kant Museum im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg
Foto: Fuis Photographie – Sasa Fuis & Aljaz Fuis GbR
NOMINIERUNG 3: Hoch! Temporärer Architekturpavillon
Foto: Dave Tkaczyk, JUHU! Architektur
NOMINIERUNG 4: ThiM – Theater im Malsaal, Hildesheim – WICHTIG!! Der Name des Fotografen wird bei jeder Nutzung, auch seitens Dritter, soweit technisch möglich genannt, und zwar direkt am Bild und ohne Zutun des Betrachters (z. B. Mausklick auf das Bild). Die IPTC-Metadaten in allen Bilddateien, insbesondere den online zugänglichen, sind zu erhalten.
Foto: Daniel Viesser

 

Hannover: Die Architekten dichter Architekturgesellschaft mbH aus Berlin wurden am 5. November in Hannover gemeinsam mit ihrem Bauherrn, dem Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen aus Göttingen, mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur 2026 für ihr Projekt „Museum Friedland, 2. BA, Friedland“ ausgezeichnet. Die Jury unter Leitung der Berliner Architektin Prof. Minka Kersten betonte, das Museum Friedland übersetze die Geschichte des Ortes eindrucksvoll in eine zeitgemäße Formensprache. Der langgestreckte Baukörper erinnere an einen Bahnschuppen und greife damit das Motiv des Ankommens auf. Das markant gefaltete Dach, die skulpturale Ziegelfassade und das offene Erdgeschoss verbinden architektonische Eigenständigkeit mit Zurückhaltung und einer einladenden Atmosphäre.

Aus dem Kreis der aus zehn Projekten bestehenden Engeren Wahl wurden neben dem Preisträger „Museum Friedland, 2. BA, Friedland“ vier weitere Einreichungen für den Staatspreis nominiert: die „Erweiterung Lutherschule, Hannover“, das „Kant Museum im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg“, das Projekt „Hoch! Temporärer Architekturpavillon“ sowie das „Theater im Malsaal, Hildesheim“. 

Niedersachsens Bauminister Grant Hendrik Tonne überreichte den Staatspreis am Donnerstagabend im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover mit den Worten: „Das Museum Friedland ist weit mehr als ein Ort der Erinnerung. Es macht die Geschichte von Flucht, Migration und Ankommen sichtbar und schafft mit seiner Erweiterung einen lebendigen Ort der Begegnung, des Austauschs und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich hochaktuellen Fragen.“

Robert Marlow, Präsident der Architektenkammer Niedersachsen betonte: „Der Staatspreis ist nicht nur eine Anerkennung für herausragende Architektur, sondern auch ein Aufruf an uns alle, die Erinnerungskultur aktiv mitzugestalten. Nicht nur das Preisträgerobjekt, sondern alle Objekte der Engeren Wahl und natürlich auch viele weitere eingereichte Arbeiten stehen exemplarisch für eine Architektur, die sich den Herausforderungen unserer Zeit stellt und dabei innovative, nachhaltige und vor allem einfache Lösungen bietet. In einer Zeit, in der Ressourcenknappheit und Klimawandel unsere Städte und Gebäude zunehmend beeinflussen, ist es entscheidend, dass Bauherren und Planende neue Wege gehen.“

Der Staatspreis ist die höchste Architekturauszeichnung Niedersachsens und wird vom Land in Kooperation mit der Architektenkammer Niedersachsen vergeben. Die Jury hat den Preisträger aus 100 Bewerbungen in zwei Jurysitzungen und einer Exkursion ermittelt. Die Ergebnisse werden jetzt in einer Dokumentation veröffentlicht und in einer Wanderausstellung an verschiedenen Standorten Niedersachsens gezeigt.

 

PREISTRÄGER

Museum Friedland, 2. BA, Friedland

Auszug Jurytext: „Wie ein langgestreckter Bahnschuppen fügt sich der Neubau zwischen dem historischen Bahnhofsgebäude und dem Grenzdurchgangslager Friedland entlang der Gleisanlagen ein und wird selbst zur architektonischen Metapher des Ankommens. Skulptural und zugleich zurückhaltend verbindet er gestalterische Eleganz mit kraftvoller Symbolik. Die dynamische Dachlandschaft, das raffinierte Wechselspiel von Innen und Außen sowie die einladende Transparenz verleihen dem Gebäude eine unverwechselbare Identität, die der Geschichte und Bedeutung dieses besonderen Ortes auf eindrucksvolle Weise gerecht wird.“ 

Entwurfsverfasser: dichter Architekturgesellschaft mbH, Berlin –Architekt Raoul Kunz, Architekt Nikolaus Steinke
Bauherr: Staatliches Baumanagement Südniedersachsen, Göttingen – Anett Janiszewski
Weitere Beteiligte: onp-Schwieger GmbH, Göttingen – Bodo Barczewski (Bauleitung)
Fertigstellung: 27.01.2026
(Foto: Raoul Kunz dichter Architekturgesellschaft mbH)

 

NOMINIERUNG 1

Erweiterung Lutherschule, Hannover

Auszug Jurytext: „Der minimierte Fußabdruck und die geringe Erschließungsfläche, unterstützt durch die Doppelnutzung von Flur- und Aufenthaltsflächen, führen zu einer hohen Flächeneffizienz und einem reduzierten Materialeinsatz. […] Insgesamt verbindet der Neubau städtebauliche Präsenz, klare Gestalt, pädagogische Funktionalität und eine Nachhaltigkeitsstrategie zu einem starken Beitrag für die Weiterentwicklung des Schulstandorts.“ 

Entwurfsverfasser: kleyer.koblitz.letzel.freivogel architekten, Berlin – Architekt Alexander E. Koblitz
Bauherrin: Stadt Hannover, Fachbereich Gebäudemanagement – Lutz Kreissler
Weitere Beteiligte: sinai Landschaftsarchitekten, Berlin – AW Faust (Freianlagen) / EiSat Ingenieure, Berlin – Jan Mommert (Tragwerksplanung
Fertigstellung: Februar 2025
(Foto: Frank Aussieker)

 

NOMINIERUNG 2

Kant Museum im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg

Auszug Jurytext: „Nur drei Stockwerke, aber monumentale Wirkung: Das ist der erste Eindruck des neuen Kant-Museums. Fast völlig geschlossen sind die Wände aus sorgsam verfugten, gebrauchten, groben Ziegeln. Das Material der alten Hansestadt und des deutschen Expressionismus der 1920er-Jahre. Der Lichtschlitz des Treppenhauses hin zur Ritterstraße ist plan mit breiten Holzrahmen gefasst, der zum Gartenhof hin kerbt sich zwischen die Ziegelkuben. Ein schmales Fenster öffnet für die Passanten den Blick in den Veranstaltungsaal: Eine Statuette Kants sind zu sehen und ein japanisches Wandbild aus dem späten 19. Jahrhundert: Konfuzius, der Buddha, Sokrates und eben Kant, die „Vier Weisen der Welt“. Er war der erste global wirksame Philosoph.“

Entwurfsverfasser: Sunder-Plassmann Architekten PartG mbB, Kappeln / Berlin – Architekt BDA Gregor Sunder-Plassmann, Hans Christian Rieck, Architektin Dörte Bünning (Projektleitung Generalplanung), Architektin Anne Kiefer
Bauherrin: Ostpreußische Kulturstiftung, Lüneburg – Dr. Joachim Mähnert
Weitere Beteiligte: Sunder-Plassmann & Werner Szenografie GmbH, Hamburg – Johanna Sunder-Plassmann, Carlotta Werner, Jessica Lang / Hoburg Bauregie, Lüneburg (Bauleitung) / Ingenieurbüro Wetzel & von Seht, Hamburg (Tragwerksplanung) / Jan Blieske, Berlin (Lichtplanung) / BIB Concept – Philip Langhoff (Brandschutz)
Fertigstellung: März 2026
(Foto: Fuis Photographie – Sasa Fuis & Aljaz Fuis GbR)

 

NOMINIERUNG 3

Hoch! Temporärer Architekturpavillon

Auszug Jurytext: „Die besondere Qualität des Entwurfs liegt in der Verbindung einer frei zugänglichen Tribüne mit einem geschützten Veranstaltungsraum. Das unabhängig von den Öffnungszeiten zugängliche Dach aktiviert als Aufenthaltsort den öffentlichen Raum. Die Tribüne kann bei Aufführungen sowohl als Zuschauerraum als auch als Bühne dienen. Als Überlagerung von Haus und Stadtmöbel bietet der Pavillon auf kleiner Grundfläche eine bemerkenswerte Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten.“

Entwurfsverfasser: JUHU! Architektur – Jensen und Hultsch Architekten PartG mbB BDA, Braunschweig – Architekt Marcus Aurelius Jensen
Bauherrin: Stadt Braunschweig, Fachbereich Kultur und Wissenschaft, Kulturinstitut – Prof. Dr. Anja Hesse
Weitere Beteiligte: Marc André Tiede (Teilnehmer Studierenden-Wettbewerb) / Miehe Beratende Ingenieure GmbH, Hohenhameln-Bierbergen – Jörg Hluchnik (Tragwerksplanung) / MIB Maschinenbau Instandhaltung und Bauleitung GmbH, Salzgitter – Oliver Richter (Ausführung) / Konstruktionsbüro Dipl.-Ing. Stefan Kunz, Quedlinburg (Werk- und Montageplanung)
Fertigstellung: Mai 2026
(Foto: Dave Tkaczyk, JUHU! Architektur)

 

NOMINIERUNG 4

ThiM – Theater im Malsaal, Hildesheim

Auszug Jurytext: „Das ThiM-Theater im Malsaal transformiert die vorhandene Bausubstanz des ehemaligen Theatermalsaales und eines Parkdecks zu einem Kinder- und Jugendtheater. Den Verfassern gelingt es auf überzeugende Weise, ein ehemaliges Nebengebäude zu einer neuen Kulturadresse in der Theaterlandschaft zu verwandeln. Es entsteht ein Mehrwert sowohl im Stadtraum als auch im Gebäude selbst.“

Entwurfsverfasser: Hirsch Architekten BDA, Hildesheim – Architekt Sven Hirsch
Bauherrin: gbg Gemeinnützige Baugesellschaft zu Hildesheim AG, Hildesheim – Jens Bollmann
Weitere Beteiligte: K. Rowohl – F. Nolte – Ingenieurbüro für Bauwesen GmbH, Hildesheim – Dierk Fischer (Tragwerksplanung) / Dietze – Akustik und Bauphysik, Hildesheim – Guido Dietze (Akustik und Bauphysik) / Blank Ingenieurbüro, Hildesheim – Jan-Niklas Blank (HLKS Planung) / Elektro-Lindemann GmbH, Hildesheim – Georg Brecht (Elektrotechnische Planung) / Schmitz Schiminski Partner GbR, Hannover – Matthias Schiminski (Lichtgestaltung)
Fertigstellung: Januar 2024
(Foto: Daniel Viesser) – WICHTIG!! Der Name des Fotografen wird bei jeder Nutzung, auch seitens Dritter, soweit technisch möglich genannt, und zwar direkt am Bild und ohne Zutun des Betrachters (z. B. Mausklick auf das Bild). Die IPTC-Metadaten in allen Bilddateien, insbesondere den online zugänglichen, sind zu erhalten.

Kontakt
Nils Marius Kirschstein
Referent
+49 511 28096-68
Nachbericht

Stadt Göttingen erhält Bauherrenpreis 2026 der Architektenkammer Niedersachsen

Architektenkammer würdigt transparente Beteiligung, Wettbewerbskultur und aktive Stadtentwicklung – Preisverleihung am 26. Oktober im Kunsthaus Göttingen
Architektenkammer informiert

Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2026: Diese 10 Projekte stehen beispielhaft für architektonische Qualität, Innovationskraft und gesellschaftliche Verantwortung

Jury stellt engere Wahl zusammen – Preisverleihung am 5. November