Selbstverwaltung
Folgende Themen und Aktivitäten der Architektenkammer Niedersachsen sind für das Geschäftsjahr 2025 besonders hervorzuheben:
Neben seinen regelmäßigen Sitzungen traf sich der Vorstand am 30./31. Januar 2025 zu einer Klausurtagung im Laveshaus um das Thema „Nachhaltigkeit“ aus verschiedenen Perspektiven zu erörtern, praktische Schlüsse für die tägliche Praxis daraus abzuleiten und die Mitglieder aktiv einzubinden. Alle Ausschüsse stellten zentrale Aspekte des Themas zur Diskussion, die dann priorisiert wurden. In der vertieften Diskussion dieser Themen wurde festgelegt, dass Nachhaltigkeit als Kernbestandteil des Kammer-Selbstbildes in einem Leitbild verankert werden soll. Zudem sollen rechtliche Anpassungen in der Berufsordnung geprüft werden, insbesondere hinsichtlich einer stärkeren Berücksichtigung von Umweltaspekten. Für Bauherren sollen wirtschaftliche Argumente für nachhaltiges Bauen klarer herausgestellt werden, um eine bessere Akzeptanz zu erreichen. Zudem wurde betont, dass die „Phase 0“ in Vergabeverfahren zur Bestandsanalyse verpflichtend werden sollte. Auch über Mitgliederformate wurde diskutiert: Es sollen neue Formate entwickelt werden, darunter eine Wanderausstellung zu nachhaltigem Bauen sowie ein Beratungsdienst für Mitglieder – nach Vorbild der Beratungsstelle BEN aus Bayern, die vom Geschäftsführer Architektur und Technik der AK Bayern, Thomas Lenzen, vorgestellt wurde. Mangels gesicherter Finanzierung sollen zunächst bestehende Netzwerke genutzt und alternative Finanzierungsquellen für eine Beratungsstelle erschlossen werden. In Bezug auf die Geschäftsstelle wurden nachhaltige Maßnahmen erörtert, darunter die Nutzung erneuerbarer Energien für das Laveshaus, eine stärkere Digitalisierung sowie nachhaltige Mobilitätskonzepte. Weiterhin wurde eine Überprüfung der Bauordnung auf Nachhaltigkeitskriterien beschlossen, um bestehende Regularien auf Klimaschutzpotenziale zu untersuchen. Aus den Diskussionen ergingen Arbeitsaufträge an die Geschäftsstelle und Ausschüsse zur weiteren Bearbeitung der besprochenen Themen.
Mit der 2024 beschlossenen Weiterentwicklung der Gremienstruktur hat die AKNDS ihre ehrenamtliche Arbeit gezielt zukunftsfähiger aufgestellt. Leitend war dabei das Ziel, die fachliche Schlagkraft und Außenwirkung der Ausschüsse zu erhöhen, zugleich mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Mitglieder zu eröffnen und die Arbeitsfähigkeit der Gremien langfristig zu sichern. Damit werden strukturelle Modernisierung, fachliche Profilierung und digitale Transformation zu einer nachhaltig gestärkten Gremienarbeit miteinander verbunden.
Zentraler Baustein ist die stärkere Öffnung der Ausschüsse: Sie können künftig – in Rückkopplung mit dem Vorstand – auch nach außen wirksam werden. Gleichzeitig wurde die Regelausschussgröße auf acht Mitglieder begrenzt, um effiziente Arbeitsformate zu gewährleisten. Ergänzend können bis zu zwei externe Expertinnen und Experten auf Vorschlag des jeweiligen Ausschusses und mit Bestätigung der Vertreterversammlung berufen werden. Dieses Modell verbindet fachliche Erweiterung mit klaren Strukturen und stärkt zugleich die Einbindung jüngerer Kolleginnen und Kollegen in die Kammerarbeit. Eine neue Öffnungsklausel schafft zudem Raum, innovative – auch digitale – Beteiligungsformate zu erproben.
Flankiert wurde diese organisatorische Weiterentwicklung durch die Einführung des digitalen Gremienportals „Meine AKNDS“. Es bündelt Sitzungsunterlagen, Dokumente und Informationen zu Gremien in einer personalisierten Umgebung und verbessert Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Arbeitsabläufe. Entsprechende Anpassungen in Hauptsatzung und Geschäftsordnung stellen den digitalen Versand von Einladungen und Protokollen sowie die rechtssichere Durchführung von Vorstandssitzungen per Videokonferenz sicher.
Die Vertreterversammlung der AKNDS hat 2025 ein „Leitbild Nachhaltigkeit“ beschlossen und entsprechend in der Hauptsatzung verankert. Das Leitbild definiert eine rechtlich fundierte und zugleich praxisorientierte Selbstverpflichtung der Kammer und ihrer Mitglieder zu ökologischer, ökonomischer und sozio-kultureller Nachhaltigkeit. Es trägt der besonderen Verantwortung des Bausektors für Klima, Ressourcen und Umwelt Rechnung und reagiert auf die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels. Nachhaltigkeit soll künftig als übergreifendes Leitprinzip in alle Handlungsfelder der AKNDS – insbesondere Wettbewerbe, Vergabeverfahren, Fortbildung, Beratung sowie die Arbeit der Geschäftsstelle – integriert werden. Ergänzend erarbeitet der zuständige Ausschuss eine praxisnahe Nachhaltigkeits-Checkliste als Unterstützung für Architekturbüros und die Kammer selbst. Die Vertreterversammlung hat das Leitbild einstimmig (bei zwei Enthaltungen) angenommen und anschließend ebenfalls einstimmig dessen Verankerung in der Hauptsatzung beschlossen.
Im September 2025 wurde der erste Kammer-Chatbot online gestellt, der die Mitglieder bei der Einführung der elektronischen Signatur unterstützt. Er wurde in Zusammenarbeit mit Digitalexperte Eric Sturm entwickelt, beantwortet die wichtigsten Fragen zur e-Signatur und ergänzt damit das telefonische Beratungsangebot. Erreichbar ist der Chatbot über eine speziell eingerichtete Landingpage. Neben dem digitalen Assistenten finden sich dort weitere hilfreiche Links und ein Video-Tutorial, das den Umgang mit der e-Signatur Schritt für Schritt erläutert.
Dieses Pilotprojekt dient zugleich als Testfeld für zukünftige digitale Beratungsangebote. Ziel ist es, Mitglieder in ihrem Arbeitsalltag praktisch zu unterstützen und die Akzeptanz digitaler Prozesse nachhaltig zu stärken. (siehe auch DIENSTLEISTUNGEN: KI-Chatbot der AKNDS: Projekt @kammer.bot)
Für den Sachverständigenausschuss standen auch 2025 wieder Fragen im Hinblick auf die rückläufige Zahl öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Vordergrund. Vor allem die Situation bei den Sachverständigen im Sachgebiet „Honorare für Architekten und Ingenieure“ bleibt besorgniserregend, nachdem trotz kammerseitiger Unterstützung keine neuen Sachverständigen bestellt werden konnten und nicht einmal erfolgversprechende Anträge auf Neuzulassung vorliegen oder auch nur in Kürze zu erwarten sind. Es wurden zwar auch in diesem Sachgebiet zahlreiche Gespräche mit Interessenten geführt und kammerseits jeweils grundsätzliche Unterstützung zugesagt. Trotzdem gibt es insoweit bislang nur wenig belastbare Interessensbekundungen.
Zur Förderung des Sachverständigenwesens wurden in dem Ausschuss verschiedene Initiativen diskutiert. Die Unterstützung und Förderung von Formaten zur Vernetzung der Sachverständigen und der Interessenten untereinander wurde vereinbart. Die Kontakte zwischen Geschäftsstelle und etwa dem „Sachverständigenstammtisch“, „dem Arbeitskreis Schäden an Gebäuden“ und dem „Arbeitskreis Bewertung“ wurden intensiviert und teilweise nach Personalwechsel in der Geschäftsstelle neu abgestimmt. Konzeptionelle Ideen für Informationsveranstaltungen zum Sachverständigenwesen wurden zusammengetragen und abgewogen. Es gibt darüber hinaus Erwägungen hinsichtlich von Mentoring- und Hospitationsprogrammen.
Der Ausschuss hat außerdem die Entwicklungen hinsichtlich eines neuen Bestellungsgebietes „Bewertung der Energieeffizienz von Gebäuden“ sorgfältig beobachtet und bereits fundierte Überlegung auch zu bevorstehenden Bestellungsverfahren insoweit angestellt.
Es wurde mehrere Anträge auf Verlängerung der Bestellung von Sachverständigen beraten und entschieden bzw. dem Vorstand vorgelegt, etwa um die Verlängerung mit einer Auflage zu verbinden.
Im Fachregister Energieeffizienz waren 2025 anfangs 15 Experten, im Register Brandschutz vier und im Register Vergabe- und Wettbewerbsbetreuung drei Personen eingetragen gewesen. Ein Architekt war im Register Fachpreisrichter eingetragen. In 2025 sind jeweils eine weitere Eintragung im Fachregister Energieeffizienz und eine Eintragung im Brandschutzregister hinzugekommen. Fünf weitere Anträge auf Eintragung wurden bearbeitet. Insgesamt ist festzustellen, dass durchaus Interesse an Eintragungen in den genannten Sachgebietsregistern besteht; konkrete Anträge werden aber oftmals nur angekündigt.
Im Berichtszeitraum wurde die Geschäftsstelle im Hinblick auf mögliche Verletzungen der Fortbildungspflichten im Zeitraum 2022 und 2023 in etwa 70 Fällen aktiv. In vier Verfahren entschied der Vorstand, dass dort jeweils die Eröffnung eines berufsgerichtlichen Verfahrens beantragt werden solle. Zwei Anträge auf Eröffnung sind darauf hin noch im Berichtszeitraum beim Berufsgericht gestellt worden. In den beiden anderen Verfahren wurden die Anträge für die Einreichung im Folgejahr 2026 vorbereitet. In den übrigen Verfahren wurden die Ermittlungen fortgesetzt. Darüber hinaus wurden einige Beschwerden Dritter gegen Architekten bearbeitet, die aber abweichend von den Vorstellungen der Beschwerdeführer regelmäßig keinen Anlass für die Annahme berufsrechtlichen Verstöße lieferten. Stattdessen hatten die Beschwerden ganz überwiegend zivilrechtliche Fragen als Ausgangspunkt, so dass sie nicht zur Einleitung von Verfahren gegen die Architekten führten.
Es erfolgte insoweit dann die Anregung von Schlichtungsverfahren.
Verfahren wurden schließlich auch im Hinblick auf den Berufsbezeichnungsschutz geführt – regelmäßig auch, um bei Zeitungsredaktionen und Journalisten einem unbefugten Gebrauch der nach § 1 NArchtG geschützten Berufsbezeichnungen entgegenzuwirken.
An das Architekten-Berufsgericht sind zum Ende des Berichtszeitraums zwei Anträge auf Eröffnung eines gerichtlichen Verfahrens u. a. wegen eines Verstoßes gegen die Nachweispflicht bezüglich der gesetzlichen Fortbildungspflichten gerichtet worden, denen das Berufsgericht gefolgt ist.
Zum 31. März 2026 endet die Amtszeit der berufsrichterlichen Mitglieder sowie der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter der Berufsgerichte der Architektinnen und Architekten in Niedersachsen. Für die neue Amtsperiode vom 1. April 2026 bis 31. März 2031 sind daher Neubesetzungen erforderlich. Die Vertreterversammlung beschloss einstimmig die Vorschläge für die ehrenamtlichen Richterinnen und Richter, die dem OLG Celle zur Entscheidung vorgelegt werden. Voraussetzung ist die Kammermitgliedschaft; eine gleichzeitige Gremienmitgliedschaft ist ausgeschlossen, um Neutralität sicherzustellen.
Im weiteren Verfahren befasste sich der Vorstand mit der Besetzung der berufsrichterlichen Richterinnen und Richter. Beim Berufsgerichtshof wurde Frau Dr. Jana Strümann, Richterin am OLG Celle, neu benannt. Beim Berufsgericht übernimmt Herr Nils Fredrich (Vorsitzender Richter am Landgericht Hannover) und bisher stellvertretender Vorsitzender, den Vorsitz; der bisherige Vorsitzende Herr Lange steht nicht mehr zur Verfügung. Als neuer Stellvertreter konnte Herr Carsten Prahm (Vorsitzender Richter am Landgericht Hannover) gewonnen werden; seine Amtszeit wurde bis zum 31. August 2031 festgelegt. Die Besetzungsvorschläge wurden vom Vorstand einstimmig bestätigt.
Vor dem Architekten-Berufsgerichtshof fand im Berichtszeitraum kein Verfahren statt.
Im Allgemeinen Schlichtungsausschuss sind im Jahr 2025 insgesamt vier Anträge eingegangen. In zwei Verfahren haben die Parteien vor dem Schlichtungsausschuss, dem ein Vorsitzender Richter am Landgericht a.D. sowie zwei sachkundige Beisitzer angehören, einen Vergleich geschlossen. Zwei weitere Verfahren sind noch anhängig.
Der Verbraucherschlichtungsausschuss hatte insgesamt neun Antragseingänge, von denen sieben inzwischen beendet sind. In drei Fällen wurden Vergleiche geschlossen. In zwei weiteren Fällen wurde das Verfahren durch die zuständige Richterin nicht eröffnet, weil der Antragsgegner der Schlichtungsverhandlung nicht zugestimmt hat. Eine Verbraucherschlichtung musste mangels Zuständigkeit abgelehnt werden, weil hier keine Architektenleistungen streitgegenständlich waren. Ein Verfahren wurde eröffnet, aber es ist kein Vergleich zustande gekommen. Zwei Verbraucherschlichtungsverfahren sind noch laufend und mit unterschiedlichem Verfahrensstand.
Die Kompaktworkshop-Reihe „KI für Architekturbüros“ wurde im Rahmen von „Kammer vor Ort“ an den Standorten Lüneburg, Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück vor jeweils vollbesetzten Reihen durchgeführt. Ziel war es, Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen und Beschäftigungsarten einen kompakten, praxisnahen und niedrigschwelligen Einstieg in das Thema Künstliche Intelligenz zu ermöglichen. Im Mittelpunkt standen Orientierung im schnell wachsenden Markt digitaler Werkzeuge, die Einordnung von Chancen und Risiken sowie konkrete Impulse für den sinnvollen Einsatz im Büroalltag. Referent Eric Sturm vermittelte einen aktuellen Überblick über die Fülle an Einsatzmöglichkeiten von KI in Textarbeit, Visualisierung, Organisation und strategischer Kommunikation. Ein besonderer Mehrwert lag in der hohen Aktualität der Inhalte: Bei jedem Termin konnten neu verfügbare Tools vorgestellt und anhand konkreter Anwendungsbeispiele diskutiert werden. Ergänzend wurde für Einsteigerinnen und Einsteiger ein vorgeschalteter Prolog angeboten, der grundlegende Begriffe und Funktionsweisen verständlich erklärte.
Didaktisch zeichnete sich das Format durch eine bewusst dialogorientierte und unterhaltsame Vermittlung aus. Vorbehalte und Skepsis gegenüber KI wurden von Eric Sturm offen angesprochen, und er machte deutlich, dass KI als Werkzeug zu verstehen ist, das Routineaufgaben erleichtern und Freiräume für Gestaltung, Entwurf und Kommunikation schaffen kann. Die Workshops verstanden sich damit bewusst als Startpunkt für eine eigenständige strategische Auseinandersetzung der Büros mit dem Thema KI.
Die Reihe wird 2026 in Hildesheim, Stade, Lingen und Göttingen weitergeführt.
Die Prüfung der Jahresrechnung 2024 sowie des Lageberichts durch den Rechnungsprüfungsausschuss am 23. April 2025 und durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Concunia GmbH ergab keine Beanstandungen; Buchführung und Haushaltsführung wurden als vollständig, ordnungsgemäß, sparsam und gut nachvollziehbar bestätigt.
Im Haushaltsjahr 2024 erzielte die AKNDS Gesamteinnahmen von rund 4,6 Mio. € bei Gesamtausgaben von rund 4,1 Mio. €, sodass ein Überschuss von etwa 490.000 € ausgewiesen werden konnte. Dieser resultierte insbesondere aus Minderausgaben – vor allem im Personalbereich – sowie aus höheren Zinserträgen. Trotz geringfügiger Planabweichungen lagen die Einnahmen aus Fortbildungsveranstaltungen erneut über 1 Mio. €; mit 62 Präsenz- und 156 Onlineveranstaltungen setzte die Fortbildungsakademie ihre positive Entwicklung fort.
Kostensteigerungen bei der Fassadensanierung des Laveshauses führten dazu, dass einzelne Maßnahmen wie Malerarbeiten zurückgestellt und haushaltstechnisch in das Jahr 2025 verschoben wurden; zugleich wurden die Investitionen in IT und digitale Infrastruktur in einer Größenordnung von 170.000,00 € als zukunftsorientiert bewertet.
Der Mitgliederbestand stieg leicht auf 10.406 Mitglieder, insbesondere durch einen Zuwachs bei den Juniormitgliedern; zugleich verdeutlicht die Verschiebung in den Beschäftigungsarten von freischaffend zu angestellt die strukturellen Veränderungen im Berufsfeld.
Auf Empfehlung des Rechnungsprüfungsausschusses beschloss die Vertreterversammlung im Juni 2025, den Überschuss als Einnahme in das Haushaltsjahr 2026 einzustellen, stellte die Jahresrechnung 2024 fest und erteilte dem Vorstand Entlastung.
Die Vertreterversammlung beriet im November 2025 über die Haushaltsplanungen 2026. Der Haushaltsausschuss stimmte im Vorfeld der Aufnahme des neuen „Vergabekompasses“ in den Entwurf des Haushaltsplans zu. Gegenüber 2025 ergaben sich drei wesentliche Mehrbedarfe:
- Ausgaben – DAB / BAK: Die Kosten für Druck und Versand des DAB-Regionalteiles (Titel 5311) steigen in 2026 von 36.000 um 11.000 Euro auf 47.000 Euro bei nur noch vier gedruckten Monatsausgaben. Der Mitgliedsbeitrag zur BAK (Titel 6851) erhöht sich um fast 5 % (+13.000 Euro) auf 273.000 Euro; hinzu kommen weitere 36.000 Euro für das DAB-Fachmagazin, insgesamt also ein Plus von 49.000 Euro).
- Vergabekompass: Neu im Haushalt mit Gesamtkosten von 90.000 Euro (25.000 Euro einmalige Lizenzkosten aus Rücklagen, 20.000 Euro laufende Kosten sowie 45.000 Euro für eine halbe Referentenstelle). Die Finanzierung erfolgte durch Rücklagenmittel, eine moderate Beitragserhöhung um drei Hebesatzpunkte sowie kleinere Umschichtungen im Haushalt.
- Juniormitgliedschaft: Zur Stärkung der Juniormitgliedschaft beschloss der Vorstand einstimmig die Halbierung der Eintragungsgebühr auf 95 Euro. Dies führte zu Mindereinnahmen von 20.000 Euro und erforderte eine Beitragserhöhung um einen Hebesatzpunkt zur Zwischenfinanzierung. Die Maßnahme wurde als strategische Investition in den Nachwuchs bewertet.
- Zur Deckung der beiden letzten Punkte war eine Anhebung des Hebesatzes um insgesamt 4 Punkte (ca. 3,3 % Beitragsanpassung) erforderlich
Die Mitgliederstruktur befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel: Die Zahl der nicht-selbstständigen Mitglieder steigt weiter (+65), während die Zahl der Selbstständigen sinkt (–78). Zum Stichtag zählte die Kammer 10.090 Vollmitglieder und 368 Juniormitglieder. Bemerkenswert ist, dass 310 Mitglieder trotz Erreichen des 70. Lebensjahres weiterhin den vollen Beitrag zahlen.
Zentrale Haushaltstitel:
- Einnahmen Fortbildung (1291): weiterhin knapp über 1 Mio. € erwartet.
- Staatspreis (1292): Im Haushaltsjahr 2026 können rund 78.000,00 Euro an Nettokosten für die Vorbereitung und Durchführung des „Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2026“ inklusive Festakt zur Preisverleihung in Rechnung gestellt werden.
- Personal (4251): faktisch 25 Vollzeitstellen; für 2026 erhöhte Ansätze u. a. wegen eines zusätzlichen Projekts.
- Unterhaltung kammereigener Gebäude. Für Instandhaltungsmaßnahmen wie Klingel- und Alarmanlage, Malerarbeiten und energetische Maßnahmen (Titel 5191) sind 110.000 Euro aus der Instandhaltungsrücklage vorgesehen.
Dennoch ergab sich ein Finanzierungsdefizit, das die genannten Anpassungen des Hebesatzes notwendig machte.
Breiten Raum nahmen die Rücklagen ein, über die einzeln abgestimmt wurde:
- Beibehaltung der Ausgleichsrücklage in Höhe von 1 Mio. Euro,
- Entnahme von 110.000 Euro aus der Instandhaltungsrücklage für Maßnahmen 2026,
- Entnahme von 108.000 Euro aus der Inventar- und Digitalisierungsrücklage für geplante Investitionen,
- Beibehaltung der Verlustausgleichsrücklage von 30.000 Euro sowie
- Auflösung der erhöhten Liquiditätssicherungsrücklage (400.000 Euro), wobei Mittel in die Instandhaltungs- sowie in die Inventar- und Digitalisierungsrücklage überführt und ein Restbetrag dem allgemeinen Haushalt zugeführt wurden.
Im Ländervergleich liegt Niedersachsen insbesondere bei den Beiträgen für nicht-selbstständige Mitglieder weiterhin im unteren Bereich.
Die Vertreterversammlung beschloss im November 2025 den vorgeschlagenen Haushaltsplan, die Haushaltssatzung 2026 sowie den vorgeschlagenen Umgang mit den Rücklagen.
2025 wurden neue Prozesse rund um die Veranstaltungsverwaltung in MeineAKNDS und CRM implementiert. Die Anmeldeprozesse für Kammer- und Stiftungsveranstaltungen mussten aus technischen Gründen ganz neu aufgesetzt werden. Bei der Konzeption und Programmierung wurden bestehende Prozesse des Anmeldeverfahrens der Fortbildung aufgegriffen und erweitert.
Im Bereich der Fortbildung konnten 2025 ebenfalls weitere Prozesse über die Systeme Cursor CRM und MeineAKNDS automatisiert werden, die sich auf Prozesse nach Veranstaltungsende beziehen. Dabei wurde insbesondere das Verfahren der Teilnahmebescheinigungen für Seminare vollständig digitalisiert. Seit November werden diese Bescheinigungen nicht mehr ausgedruckt, sondern den Teilnehmenden digital über das Portal meineAKNDS.de zur Verfügung gestellt. Eine Registrierung im Portal ist dafür nicht zwingend. Registrierte Nutzer von meineAKNDS.de genießen jedoch den Vorteil, längerfristig auf ihre Teilnahmebescheinigungen zugreifen zu können. Im Zusammenhang mit der Bewertung von Veranstaltungen wurde ebenfalls ein automatisierter Erinnerungsprozess umgesetzt und eingeführt. Ergänzt wurde 2025 im Mitgliederportal auch eine zusätzliche Auswahloption, in der die Mitglieder zu ihrer Person das Tätigkeitsfeld hinterlegen können. Hintergrund ist, die Mitglieder seitens der Kammer noch zielgerichteter ansprechen zu können.
Zum Jahresende wurde als weitere Funktionalität die digitale Bereitstellung des Beitragsbescheids in MeineAKNDS ergänzt. Dieser wird erstmals Anfang 2026 nicht nur per Post zugestellt, sondern parallel auch im Mitgliederportal digital hinterlegt sein.
Die Content-Management-System Typo3-basierten Websites aknds.de und lavesstiftung.de erhielten ein vorgesehenes sicherheitsrelevantes technisches Upgrade. Gleiches wurde auch bei dem gemeinsam von den Architekten- und Ingenieurkammern Niedersachsen und Bremen betriebenen Internet auftritt www.fortbilder.de umgesetzt.
Die Website aknds.de hat im Laufe des Jahres zudem eine umfangreiche Überarbeitung erfahren. Das Hauptmenü und die Website erhielten eine vollständige Neustrukturierung, die Navigation zeigt nun den vollständigen Seitenbaum der oberen drei Ebenen und das in ablesbarer Struktur, zudem wurde ein gestalterisches Facelift des Responsive Webdesigns umgesetzt. Auch das inhaltliche Konzept wurde weiterentwickelt, die neue Rubrik „Kammer aktuell“ stärkt die Website als Kammerorgan in Ergänzung zum neuen DAB. Der vorhandene Inhalt der Website wurde darüber hinaus auf seine Aktualität überprüft und bereinigt. Die Darstellung des Projekts „Einfach gut!“ auf der Website zeigt seit Herbst den aktuellen Projektverlauf, die Informationen wurden überarbeitet und deutlich erweitert, sodass der aktuelle Stand der Projekte und Erkenntnisse jederzeit abrufbar ist. 2026 werden der neue @Kammer.
bot und die Schaffung und Bereitstellung aktueller Fachinformationen insbesondere im Bereich „Planen und Bauen“ den Auftritt vervollständigen.
Nach notwendigen technischen Vorarbeiten an den korrespondierenden Systemen im Jahr 2024 erfolgte die Anpassung und der Launch des Gremienportals im April 2025. Seither rufen Vertreterversammlung, Vorstand, Ausschüsse und weitere Gremien ihre Sitzungsunterlagen online über das Portal ab und können auch auf vergangene Sitzungsunterlagen und die anderer Gremien strukturiert zugreifen. Das Gremienportal ist für die Gremienmitglieder über den Zugang zum Mitgliederportal MeineAKNDS.de jederzeit schnell und einfach erreichbar. Die Bereitstellung der Unterlagen durch die Geschäftsstelle wird über das bereits etablierte CRM (AKIM) effizient gesteuert. Zum August 2025 war auch die Automatisierung der Einladungsprozesse rechtlich neu geregelt, sodass die Einführung des Gremienportals mit Umsetzung dieses Prozesses abgeschlossen wurde.
Im ersten Halbjahr 2025 wurde das CRM-System der AKNDS auf eine Web-Browser basierte Version umgestellt und das Online-Gremienportal im Mitgliederbereich (Mitgliederportal) freigeschaltet. Da im Oktober der Support für das Betriebssystem Windows 10 endete, mussten alle 35 Workstations ein Update auf Windows 11 erhalten. Gleichzeitig wurde Office 2019 durch Office LTSC 2024 ersetzt. Darüber hinaus wurden zwei neue leistungsstarke Server mit entsprechenden Lizenzen neu angeschafft und installiert. Da die gespeicherte Datenmenge auf den Server kontinuierlich steigt, mussten auch neue leistungsfähigere Bandsicherungssysteme gekauft werden, um die Sicherheit und jederzeitige Wiederherstellung aller Daten zu gewährleisten. Weiterhin wurde Sage Office Line (Buchhaltungsprogramm) in der aktuellsten Version angeschafft. Insgesamt ergaben sich Investitionen in EDV-Hardware und Software in einer Größenordnung von rund 140.000,00 Euro.
Die umfangreichen Sanierungsarbeiten zur Behebung der Rissbildungen am Laveshaus konnten im Frühjahr abgeschlossen werden. In Abstimmung mit der Landeshauptstadt wurde die Fassadenbeleuchtung zeitgleich mit den Malerarbeiten an der Fassade auf LED umgestellt und um die Ausleuchtung des Ateliergebäudes erweitert. Begonnen wurde mit Malerarbeiten im Inneren beider Gebäude, die im Jahr 2026 fortgesetzt werden. Zudem wurden die Sanitäranlagen in beiden Häusern überholt und mit neuen Objekten ausgestattet.
Die seit mehreren Jahren laufende Neuausstattung der Büroräume mit LED-Stehleuchten wurde abgeschlossen. Es verbleiben die Sitzungsräume und einige untergeordnete öffentliche Bereiche, in denen die vorhandenen Leuchten noch auf LED-Leuchtmittel umgerüstet werden sollen. Fortgesetzt wurde die bedarfsorientierte Anschaffung von höhenverstellbaren Schreibtischen. Für den Hofbereich wurden mit Blick auf Seminar- und Veranstaltungspausen einige Sitzmöbel angeschafft, die bei entsprechender Nutzung ergänzt werden können.
Die Geschäftsstelle wurde 2025 sowohl strukturell neu ausgerichtet als auch personell gezielt verstärkt. Zum 1. April wurden mit Frau Dr. Felicia Riess und Herrn Andreas Knapp zwei neue Hauptreferenten berufen; die Geschäftsführungsvertretung verbleibt weiterhin bei den Hauptreferenten Herrn Markus Prause und Herrn Andreas Rauterberg, die zugleich zu stellvertretenden Hauptgeschäftsführern ernannt wurden. Für das Vorzimmer des Präsidenten und von Herrn Dr. Meyer übernahm Frau Ebru Kuru die Büroleitung, unterstützt von Frau Dimitra Kirou als Stellvertreterin.
Frau Angela Witt, eine über Jahrzehnte prägende Mitarbeiterin im Beitragswesen, verabschiedete sich in den Ruhestand; ihre Nachfolge hat nach einer kurzen Zwischenphase Frau Melisa Aydogmus übernommen. Zudem schieden Herr Gavin Ennulat (Referent Recht) zum 1. August sowie Frau Carola John (Assistenz/Sachbearbeitung Recht) zum 1. September auf eigenen Wunsch aus.
Zur weiteren fachlichen Verstärkung der Geschäftsbereiche Recht und Verwaltung kam zum 1. Juli Frau Anna Graf als (Wirtschafts-)Juristin in Teilzeit hinzu. Im Geschäftsbereich Recht konnte zudem mit Herrn Gerd-Gottfried Krauel ein Nachfolger für Herrn Ennulat gewonnen werden. Darüber hinaus verstärkt Frau Jennifer Devantier seit 01.10.2025 den Geschäftsbereich Öffentlichkeitsarbeit als Assistenz/Sachbearbeitung in Teilzeit, und Frau Marlies John übernahm zum 01.09.2025 die Personalbearbeitung und betreut zudem die Internetauftritte AKNDS, Lavesstiftung und FBN.
Zum 03.09.2025 wurde der Empfang der AKNDS mit Frau Judith Davidoff neu besetzt.