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Öffentlichkeitsarbeit

Folgende Themen und Aktivitäten der Architektenkammer Niedersachsen sind für das Geschäftsjahr 2025 besonders hervorzuheben: 

Der Tag der Architektur am 29. Juni 2025 stand im Zeichen eines starken baukulturellen Interesses, wachsender Bedeutung des Bestands und einer hohen fachlichen Qualität der Beiträge. Für den Auswahlprozess gingen insgesamt 149 Bewerbungen ein (133 aus Niedersachsen, 16 aus Bremen). Die neunköpfige Jury unter Vorsitz von Kammerpräsident Robert Marlow wählte am 18. Februar im Laveshaus 101 Projekte aus – davon 89 in Niedersachsen und 12 in Bremen. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil interdisziplinärer Arbeiten (56 Projekte) sowie der starke Fokus auf Bestandsbauten: Rund 50 % der ausgewählten Projekte bezogen sich auf den Gebäudebestand – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die neue Bewerbungsform über ein frei gestaltetes, vierseitiges PDF wurde von der Jury sehr positiv bewertet und erleichterte den Auswahlprozess erheblich.
Dem Tag der Architektur voraus ging eine vielfältige ArchitekturZeit mit Ausstellungen, Radtouren, Symposien, den Stadtspaziergängen „Ins Blaue“ sowie erstmals dem Festival „Women in Architecture“. Die am Tag der Architektur beteiligten Projekte verzeichneten teilweise sehr starke Besucherresonanz – insbesondere bei prominent besuchten Projekten wie der enercity-Zentrale, der Ärztekammer, dem Zentrum für Tiefseeforschung sowie sorgfältig restaurierten Bestandsbauten in Oldenburg, Bremen und Hannover. Auch kleinere Orte beteiligten sich erfolgreich mit bemerkenswerten Projekten. 
Die mediale Reichweite war hoch: Der NDR berichtete in „Hallo Niedersachsen“, und auf Instagram wurden über 220.000 Impressionen rund um den Tag der Architektur erzielt. Insgesamt bestätigte der große Zuspruch, dass der Tag der Architektur ebenso wie die ArchitekturZeit als öffentlicher Dialograum für Baukultur in Niedersachsen fest verankert sind.

Zur Nacht der Museen am 14. Juni 2025 präsentierte sich die AKNDS mit zwei Ausstellungen: Im Laveshaus wurde die Wanderausstellung „Niedersächsischer Staatspreis für Architektur 2024“ u. a. mit dem prämierten CIC Coppenrath Innovation Centre in Osnabrück gezeigt, und im Ateliergebäude gab es den Auftakt der Wanderausstellung „Baukultur trifft Klimaschutz – Gute Beispiele“ mit vorbildlichen, klimagerechten Sanierungs- und Umbauprojekten aus Niedersachsen (siehe auch: ÖFFENTLICHKEITSARBEIT).
Das interessierte Publikum konnte an zwei Einführungen teilnehmen, das gastronomische Angebot im Hof nutzen und im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums der „UNESCO City of Music“ einen DJ-Act von Loverence erleben. Mit insgesamt 1.100 Besucherinnen und Besucher in Laveshaus und Ateliergebäude war die Lange Nacht der Museen erneut ein voller Erfolg.

Der Tag der Architektur in Niedersachsen fand am Sonntag, den 30. Juni 2024 statt. Trotz widriger Wetterbedingungen zählte die größte Veranstaltung der AKNDS rund 13.000 Besucherinnen und Besucher und unterstrich damit das große öffentliche Interesse im Land an Architektur und Baukultur. 

Dazu Kammerpräsident Robert Marlow in der Broschüre zum Tag der Architektur: „An 56 Orten können in diesem Jahr 108 auf ihre jeweils eigene Art und Weise beeindruckende Objekte bestaunt werden. Niedersachsen ist ein Flächenland. Auf ca. 47.000 km² leben 8 Millionen Menschen mit individuellen Interessen, Lebensumständen, Arbeitsplätzen und Wohnsituationen. Der Tag der Architektur erzählt die Geschichte unterschiedlichster Nutzungen, Bedürfnisse und Anforderungen eines Gebäudes und seiner Umgebung.“ 

Für den gemeinsam von AK Niedersachsen und AK Bremen ausgerichteten Tag wurden 166 Bewerbungen eingereicht (143 aus Niedersachsen, 23 aus Bremen). Die neunköpfige Jury unter Vorsitz von Kammervizepräsidentin Christiane Kraatz wählte in einer ganztägigen Jurysitzung insgesamt 108 Objekte für die Teilnahme aus. Erneut galt den Themen Nachhaltigkeit, Bauen im Bestand und Ressourcenschonung besondere Aufmerksamkeit, sie wurden bei der Objektauswahl noch stärker in den Fokus gerückt – in der Absicht, dem interessierten Publikum die Vorzüge des nachhaltigen Bauens direkt am Objekt zu vermitteln.

Rund um den Tag der Architektur fand vom 15. bis zum 30. Juni auch wieder die Aktionswoche ArchitekturZeit mit baukulturellen Aktionen landesweit statt: von Achim bis Wolfsburg gab es Landpartien, Architekturführungen, Podiumsdiskussionen, Vorträge, Ausstellungen, Fahrradtouren und vieles mehr. Diese begeisternde und architekturintensive Zeit steht für ein beeindruckendes Engagement zahlreicher Museen, Galerien, Verbände und Vereine und zeigt, wie fest die ArchitekturZeit inzwischen im kulturellen Kalender Niedersachsens verankert ist.

Das 19. Symposium zur Förderung der Baukultur in Niedersachsen fand im Rahmen der ArchitekturZeit am 18. Juni 2025 im Sheraton Hannover Pelikan Hotel statt und stand unter dem Titel „Innovation bauen“. Im Mittelpunkt der mit rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern voll besetzten Veranstaltung standen die Chancen, Potenziale und Grenzen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz für Architektur, Planung und Bauwirtschaft. Eröffnet wurde das Symposium von Bauminister Grant Hendrik Tonne und Kammerpräsident Robert Marlow, die die Bedeutung innovativer Technologien für die Zukunft des Berufsstandes betonten.
Ins Thema eingeführt durch eine Keynote von Prof. Mirco Becker (Leibniz Universität Hannover), wurden dann in drei thematischen Blöcken („Vision“, „Innovation“ und „Gute Beispiele“) aktuelle Entwicklungen vorgestellt – von Baustellenrobotik über KI-gestützte Gebäudeanalysen bis hin zu klimaneutralem Beton und zirkulärer Materialwirtschaft. Prof. Dr. Sigrid Brell-Cokcan (RWTH Aachen) präsentierte Ansätze zur Baustellenrobotik, Sarah Aldag (syte GmbH) zeigte KI-basierte Analysen von Gebäudebeständen, und Antonio Catarino (CEO B-TON) berichtete über klimaneutralen Beton und dessen Skalierung. Zudem stellte Caroline Braus (Concular) ein kreislauforientiertes Konzept digital unterstützter Materialwirtschaft vor. Eine Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Ina Blümel (TIB), Prof. Mirco Becker und Florian Scheible (BAK-Arbeitsgruppe „Digitalisierung“) diskutierte die Auswirkungen von KI auf die Planungspraxis. Anhand mehrerer realisierter Projekte wurde gezeigt, wie digital gestütztes Planen und Bauen bereits heute umgesetzt wird.
Die Planung des Symposiums erfolgte in enger Abstimmung zwischen der AKNDS, dem Land und dem Moderator Prof. Dominik Bösl. Die Dokumentation der Veranstaltung als Film wird auf der AKNDS-Website bereitgestellt. Für 2026 ist die 20. Ausgabe des Baukultursymposiums geplant.

Nach der feierlichen Preisverleihung am 30.10.2024 in Hannover ging der Niedersächsische Staatspreis für Architektur im Jahr 2025 auf Reisen: In einer Wanderausstellung wurden die ausgezeichneten Projekte an insgesamt drei Orten präsentiert, flankiert von einer gedruckten Dokumentation und begleitenden Fachveranstaltungen. Ziel war es, herausragende Beispiele niedersächsischer Baukultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den Dialog über zukunftsfähiges Bauen zu vertiefen.
Die zum Thema „Nachhaltiges Bauen für Wirtschaft und Arbeit“ ausgezeichneten Projekte tourten durch Osnabrück, Berlin und Hannover. Den Auftakt bildete am 19. Februar eine gut besuchte Veranstaltung im preisgekrönten CIC – Coppenrath Innovation Centre in Osnabrück. In Vorträgen und einem prominent besetzten Podiumsgespräch wurden zentrale Fragen nachhaltigen Bauens erörtert – von Partizipation und Finanzierung bis hin zu Denkmalschutz und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Auf dem Podium diskutierten der Osnabrücker Stadtbaurat Thimo Weitemeier, Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie Preisträger-Architekt Kilian Kresing; moderiert wurde das Gespräch von Kammer-Vizepräsident Christoph Schild. Am 25. März folgte die Niedersächsische Landesvertretung in Berlin. Hier rückte die Rolle von Bauherrschaft und qualitätsvoller Architektur als Standortfaktor in den Fokus. Erneut führte Christoph Schild, der auch die Kammer in der Jury vertreten hatte, durch ein hochkarätiges Podiumsgespräch mit Bauherrin Sarah Wöstmann (Ringlokschuppen Osnabrück GmbH), Prof. Dr.-Ing. Kerstin Wolff (TU Berlin / martens + puller), Jan L. Veddeler (VR Besitz GmbH & Co. KG) sowie Marian Schreier (Geschäftsführer Politik & Kommunikation der IHK Berlin). Letzte Station war dann das Laveshaus in Hannover, wo die Ausstellung zur „Langen Nacht der Museen“ am 14. Juni 2025 präsentiert wurde. Die Wanderausstellung trug dazu bei, den Staatspreis über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen und den fachlichen Diskurs über nachhaltiges Bauen in Wirtschaft und Arbeit zu vertiefen.

Zum vierten Mal war „ressource.architektur“ am 14. und 15. Mai 2025 ein Highlight der Real Estate Arena in Hannover. Mittelpunkt in Halle 4 war erneut der Gemeinschaftsstand von BDA, BDLA, BDB, Netzwerk Baukultur Niedersachsen, AKNDS, Leibniz Universität und Hochschule Hannover: ein orange-blauer Stand mit fünf Meter langem Holztresen und blauem Metallregalgestell mit Leinwand – entworfen von Architekturstudierenden der Leibniz Universität Hannover und aufgebaut in Zusammenarbeit mit Auszubildenden
der Firma Hanebutt.
An beiden Messetagen zeigten mehr als 20 Kurzfilme von Studierenden eindrucksvoll den Blick des Nachwuchses auf die gebaute Umwelt; fünf Beiträge wurden mit einem von der Firma Jung gestifteten Oscar ausgezeichnet. Mit der Premiere des Films „Acht gute Gründe für Wettbewerbe“ startete am zweiten Messetag eine kontroverse Diskussion zwischen Investoren, Architekten und Kommunalvertretern zu Wettbewerb und Vergabe, verbunden mit Forderungen nach besserem Zugang für junge Büros. Der Film „House Europe!“ griff die Ziele der Europäischen Bürgerinitiative für einfachere, günstigere und sozialere Renovierungen auf und sorgte für intensive Gespräche. Erstmals beteiligte sich auch die Bundesarchitektenkammer mit Rundgängen und einem gut besuchten Netzwerktreffen. Zudem besuchten der damalige Landesbauminister Olaf Lies, sein designierter Nachfolger Grant Hendrik
Tonne sowie der ehemalige Finanzminister Reinhold Hilbers den Stand.

Mit dem Abschluss des vom Land Niedersachsen geförderten Projekts „Klimaschutz und Baukultur in Niedersachsen“ wurde auf der AKNDS-Website die Projektdatenbank „Gute Beispiele Klimaschutz und Baukultur“ gestartet. Sie zeigt vorbildliche Sanierungen im landestypischen und identitätsstiftenden Gebäudebestand, die sowohl den energetischen Standard verbessern als auch baukulturelle Qualitäten bewahren, erneuerbare Energien integrieren und ökologische, recycelte oder weiterverwendete Baustoffe einsetzen. Ergänzend werden Nachhaltigkeitsaspekte wie Ressourcenschutz, Kreislaufgerechtigkeit, Suffizienz und Klimaresilienz sowie zentrale „Gute Argumente“ für Bauherrschaften dokumentiert. Die Plattform versteht sich als praxisnahe Lern- und Transferbasis – inklusive transparenter Darstellung gelungener wie auch schwieriger Entscheidungen.
Begleitend zur Online-Datenbank wurde die Wanderausstellung „Baukultur trifft Klimaschutz – Gute Beispiele“ entwickelt, die erstmals am 14. Juni 2025 zur „Langen Nacht der Museen“ in Hannover präsentiert und seitdem landesweit gezeigt wurde.
Um eine möglichst breite Vielfalt der Möglichkeiten im Gebäudebestand darzustellen, ist die Ausstellung in sechs Themenschwerpunkte gegliedert: „Werte Weiterbauen, Wachsen im Bestand, Hier wächst Nachbarschaft, Umnutzung – neue Funktion, Konzepte für alte Schätze und Kommunen denken weiter“. Parallel dazu wurden im Projekt landesweite regionale Klimaschutz-Netzwerke aufgebaut, die ihre Arbeit nach Projektende eigenständig fortsetzen und von der AKNDS koordiniert werden (siehe dazu auch: BERUFSPOLITIK). Der Projektbeirat bleibt als fachliches Begleitgremium für die Qualitätssicherung der „Guten Beispiele“ eingebunden; perspektivisch sollen auch Projekte aus Landschaftsarchitektur und Stadtplanung stärker einbezogen werden.

Das Mentoring-Programm der AKNDS ist 2025 mit 19 Tandems aus Mentoren und Mentees erfolgreich gestartet. Ziel des Programms ist es, weniger berufserfahrene Mitglieder (Mentees) mit erfahrenen Architektinnen und Architekten (Mentoren) zu vernetzen und so Wissenstransfer, Karriereentwicklung und berufsübergreifendes Networking fördern und Unterstützung auf dem Weg zur Selbstständigkeit anzubieten. Mit Netzwerk- und Vortragsveranstaltungen wird der Austausch während des Programms unterstützt. Über das Programm wurde in mehreren Ausgaben des Deutschen Architektenblatts ausführlich berichtet. Das auf eine eineinhalbjährige „1zu1-Beziehung“ angelegte Programm geht im Sommer 2026 in die zweite Runde.

Der seit 2021 angebotene „Kammer Cappuccino“ hat sich als sehr beliebtes Format etabliert. An jedem ersten Donnerstag im Monat von 11:30 bis 12:00 Uhr bietet die AKNDS einen halbstündigen Online-Talk zu aktuellen Themen aus Architektur, Bauwesen und Stadtentwicklung an. Die Bandbreite der Themen reicht von Brandschutz über rechtliche Themen bis hin zum Bauen mit Backstein. Die Gesprächsleitung übernimmt der Präsident im Wechsel mit den Regionalbeauftragten, zu Gast sind den Themen entsprechende
Expertinnen und Experten aller Branchen. Um die Stabilität des online Meetings auch bei hohen Zugriffszahlen sicherzustellen, läuft der Kammer-Cappuccino seit März 2025 über Zoom und wird von einem externen Dienstleiser administriert. Zudem wird seit Sommer 2025 jede Folge von einem eigens produzierten Jingle eingeläutet.
Die Teilnehmerzahlen zeigen das zunehmende Interesse an diesem Format. Im Jahr 2025 stießen vor allem die Themen „E-Signatur“, „PV-Pflicht auf Dächern“, „Hamburger Standard“ auf besonders große Resonanz. Es zeigt sich, dass praxisrelevante Themen auf überdurchschnittliches Interesse stoßen, wohingegen berufspolitische Fragen weniger gefragt sind. Mit durchschnittlich rund 200 Teilnehmenden pro Veranstaltung bestätigt sich der „Kammer Cappuccino“ als ein wichtiges Forum für den fachlichen
Austausch und die Vernetzung innerhalb der Branche – und wird auch 2026 fortgesetzt.

Mit einem vielfältigen Programm aus Podiumsdiskussion, Bürovorstellung, Fahrradtour, Gartenrundgang, Werksführung und informellen Formaten wie dem „Kammer-Cappuccino“ setzte die AKNDS beim Women in Architecture-Festival 2025 starke Impulse für mehr Sichtbarkeit von Frauen in der Architektur. Die Beiträge machten die Bandbreite und Qualität weiblicher Expertise im Bauwesen in Niedersachsen deutlich und stärkten neue Netzwerke innerhalb des Berufsstandes. Gleichzeitig zeigte das Festival auch strukturelle Herausforderungen: Besonders in ländlichen Regionen war die Resonanz teils gering, was den Bedarf an weiterer Vernetzung und Ansprache außerhalb der urbanen Zentren unterstreicht. Auch die Teilnahme von Männern an den Veranstaltungen hielt sich in Grenzen.
Erfahrungsberichte von Architektinnen wie Gabriele Meyer-Herms und ihren jungen Kolleginnen im DAB verdeutlichten zudem, wie wichtig weibliche Vorbilder, frühe Verantwortungsübernahme, kooperative Führungsstile und flexible Arbeitsmodelle sind – insbesondere für Karrierewege, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Fachkräftegewinnung im ländlichen Raum. Insgesamt bestätigte WIA 2025 die Bedeutung von Sichtbarkeit als Schlüssel für mehr Vielfalt, Gleichstellung und zukunftsfähige Planungskultur.

Am 4. Juni 2025 fand an der Jade Hochschule die zweite Ausgabe des neuen Formats „Kammer @ Campus“ statt – 2024 war die AKNDS in diesem Rahmen an der TU Braunschweig zu Gast. Mehr als 40 Studierenden aller Jahrgänge waren der Einladung des Regionalbeauftragten Horst Gumprecht gefolgt. Nach der Vorführung des Dokumentarfilms „Abriss“ von Yamen Abou Abdallah folgte eine angeregte Diskussion zum Thema Cradle to Cradle – dessen Möglichkeiten, aber auch Grenzen. Im Anschluss daran beantworteten Andreas Rauterberg und Prof. Sven Martens die Fragen der Studierenden rund um die Architektenkammer, etwa zu Eintragung und Möglichkeiten der Beteiligung. Aber auch das Interesse an berufspolitischen Themen war groß und mündete zum Ausklang des sommerlichen Abends in guten Gesprächen auf dem Außengelände der Jade Hochschule, wo die Studierenden eine Grillstation und einen Getränkeausschank vorbereitet hatten. Die nächste Veranstaltung dieser Art soll 2026 an der HS 21 in Buxtehude stattfinden.

Am 20. Mai 2025 fand in Braunschweig die zweite Ausgabe des regionalen Dialog-Formats „Kammer Direkt“ statt. Auf Einladung des Regionalbeauftragten Michael Peter trafen sich Mitglieder der Region zum gemeinsamen Mittagessen mit dem Dramaturgen des Staatstheaters Braunschweig, Holger Schröder. In entspannter Atmosphäre wurde über Schnittstellen von Theater und Architektur sowie deren Bedeutung für das kulturelle und soziale Leben der Stadt diskutiert. Schröder gab Einblicke in die aktuelle Situation der Theaterlandschaft und sprach insbesondere über Wege, junge Menschen stärker für das Theater zu gewinnen. Das regionale Format „Kammer Direkt“ wird auch weiterhin regelmäßige Dialogmöglichkeiten zwischen Kammermitgliedern und regionalen Akteuren bieten; die nächste Ausgabe in Hannover ist in Vorbereitung.

13 Architektinnen und Architekten waren der Einladung des Regionalbeauftragten Horst Gumprecht gefolgt, um beim gemeinsamen Mittagessen in großer Runde im gerade frisch bezogenen Büro Eden mit dem neuen Stadtbaurat der Stadt Leer, Jens Lüning, über aktuelle Themen zur Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen.
Vor allem die Vergabepraxis der Stadt Leer stand bei den Gesprächen im Vordergrund. Vor diesem Hintergrund warb Horst Gumprecht bei seinem kurzen Impuls für die Durchführung von Planungswettbewerben, die auch für kleine und junge Büros zugänglich sein müssten. Natürlich kam die Sprache auch auf die Erfahrungen mit den Baugenehmigungsverfahren, die nach wie vor mitunter schleppend verlaufen. In diesem Zusammenhang stand der Stadtbaurat dem Vorschlag, die Kammermitglieder zu einem Entwurfsverfassertag einzuladen, positiv gegenüber. Dieser Ball soll Anfang 2026 aufgenommen werden.

Dieses vom AK Kommunen initiierte, 90-minütige Online-Format wurde 2025 – zunächst als Pilot – einmal durchgeführt. Es richtete sich an die Mitglieder, die als Beschäftigte im Öffentlichen Dienst arbeiten. Das Ziel: die speziellen Interessen und berufspraktischen Fragen dieser Mitgliedergruppe besser kennenlernen, um daraus ggf. entsprechende Angebote zu entwickeln. Zudem hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich aus allen Teilen Niedersachsens zugeschaltet hatten, die Möglichkeit, untereinander Kontakt zu knüpfen und in den Austausch zu kommen. Auch dieses Format soll zukünftig in unregelmäßigen Abständen angeboten werden.

Entwurfsverfassertage in den Landkreisen Wolfenbüttel und Stade: Digitalisierung, BauGB und NBauO im Fokus. Unter dem Motto „Besser gemeinsam – Wege zur schnelleren Baugenehmigung“ fanden am 28. Oktober und am 20. November 2025 Entwurfsverfassertage in den Landkreisen Wolfenbüttel und Stade statt. Während es in Stade bereits die vierte Veranstaltung dieser Art war und mehr als 100 Teilnehmende der Einladung gefolgt waren, hatte der Landkreis Wolfenbüttel erstmalig zum Entwurfsverfassertag eingeladen und ermöglichte den 80 Mitgliedern der Architektenkammer und der Ingenieurkammer Niedersachsen aus der Region Braunschweig einen intensiven Austausch über den aktuellen Stand der Digitalisierung im Baugenehmigungsprozess, zur neuen Fassung der NBauO sowie dem so genannten Bauturbo. Die ganztägigen Veranstaltungen boten erneut den Entwurfsverfasserinnen und -verfassern ausreichend Gelegenheit, um mit den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiterin der jeweiligen Bauabteilung ins Gespräch zu kommen, den Genehmigungsprozess in allen Einzelheiten und die damit verbundenen Strukturen kennenzulernen und sich über die gegenseitigen Erwartungen auszutauschen. Die Reihe der Entwurfsverfassertage soll 2026 – unter organisatorisch verstärkter Beteiligung der Ingenieurkammer Niedersachsen - fortgesetzt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass kurze Filmsequenzen – so genannte „Reels“ – immer größeren Einfluss in den Sozialen Medien gewinnen, da sie es in Zeiten des digitalen Überangebots ermöglichen, schnelle und „mundgerechte“ Informationen zu verbreiten und Unternehmensprofile aufwerten können. Die AKNDS hat ein erstes Image-Reel für die sozialen Medien produzieren lassen und veröffentlicht. Dieser zeigt niedrigschwellige und kurzweilig das breite Angebot der Kammer. Perspektivisch sollen weitere Filme
mit mehr inhaltlicher Tiefe folgen.

Die öffentlichkeitswirksamen Schwerpunkte der Stiftungsarbeit lagen 2025 wieder in den Projekten „Architektur im Dialog“ und in der Fortfürhung des beliebten Lavespreises. Darüber hinaus konnten der Kunstsommer und das Baukulturkcamp „Architektur macht Schule“ wichtige Impulse geben.

Architektur im Dialog. Die Reihe „Architektur im Dialog“ stieß auch 2025 auf großes Interesse des Berufsstands und der Öffentlichkeit: Alle drei Veranstaltungen im Festsaal des Alten Rathauses Hannover waren bis auf den letzten Platz ausgebucht und boten intensive fachliche Impulse sowie lebhafte Diskussionen über zentrale Zukunftsfragen des Planens und Bauens. Der Dialog zwischen Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft erwies sich dabei einmal mehr als prägendes Markenzeichen des Formats. Im März stellte der Architekt Martin Henn die „Ästhetik der Nachhaltigkeit“ in den Mittelpunkt. Anhand internationaler Projekte sowie aktueller Planungen in Hannover (MHH-Neubau) erläuterte er, wie Transformation, Einfachheit, Natürlichkeit und Offenheit zu einer neuen, ressourcenschonenden Baukultur führen können – von flexiblen Arbeitswelten bis hin zur Bestandsnutzung als zentrale Zukunftsstrategie. Besonders deutlich wurde, dass Nachhaltigkeit für HENN nicht nur technische, sondern auch kulturelle und räumliche Dimensionen besitzt. Gast im Juli war die Braunschweiger Professorin Elisabeth Endres, die im Schwerpunkt die Hintergründe und Entstehungsgeschichte des deutschen Pavillons bei der Architekturbiennale in Venedig „STRESSTEST“ zeigte. Vertieft wurde im Podiumstalk mit Architekturpublizist Prof. Dr. Alexander Gutzmer die Bedeutung von hitzeresistenten Städten für Klima, Mensch und Gebäude. Im Oktober widmete sich Gisela Erler dem Thema Bürgerbeteiligung im „Herbst der Demokratie“. Sie zeigte anhand erfolgreicher Modelle aus Baden-Württemberg, wie Bürgerräte und Zufallsbürger Entscheidungsprozesse stärken können, und diskutierte mit dem Publikum über Voraussetzungen gelingender Partizipation. Im anschließenden Podiumsgespräch vertieften sich Fragen nach Transparenz, Verantwortlichkeit und der Rolle von Planung in demokratischen Prozessen. Ihr Plädoyer: Architektur muss funktional sein, darf aber zugleich mutig und experimentell bleiben – im Dienst eines „guten Lebens in Freiheit“.

Lavespreis. Am 22. Januar 2026 wurde im Laveshaus der Lavespreis 2025 feierlich verliehen. Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Studierendenpreis der Lavesstiftung wurde bereits zum 23. Mal vergeben. Vorstandsvorsitzender Robert Marlow und Juryvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Volker Droste würdigten die außergewöhnlich hohe Qualität und thematische Breite der aus sämtlichen Fachrichtungen und allen Teilen Niedersachsens eingereichten 102 Arbeiten. Im Mittelpunkt stand erneut das Bauen im Bestand, aber auch die Nachverdichtung, Aufwertung von Landschaftsräumen oder die Weiternutzung von Bauteilen, eine nachhaltige Materialwahl oder auch soziale Fragestellungen zum qualitätsvollen Zusammmenleben in Stadt und Region. Die Jury vergab zwei gleichwertige erste Preise an Laura Leinert („Nächster Halt: Roddenkoppel“) und Milena Marie-Antoinette Nitsche („GJENOPPLIVE SMELTEVERKET – Zwischen Tourismus & Industrie“), den zweiten Preis an Friedrich Wacker („Dove si spacca il calcare, cresce il timo“), den dritten Preis an Daniel Afriyie Owusu und Paul Gumpricht („Future5“) sowie einen Sonderpreis an Ole Frieling und Ketevan Gujejiani („reziproof“). Darüber hinaus wurden neun Anerkennungen vergeben. Ergänzend zur Preisverleihung sind die prämierten Arbeiten bis zum 20. Februar 2026 in einer Ausstellung in der AKNDS zu sehen.

Architektur macht Schule. Im Rahmen des Kunstsommers 2025 bot die Lavesstiftung ein praxisnahes Projekt zur Landschaftsarchitektur und zum Klimaschutz für Jugendliche an. Unter fachlicher Anleitung von Landschaftsarchitektin Samantha Laurig (chora blau) gestalteten die Teilnehmenden eine brachliegende Fläche beim SV Odin 1905 in eine klimaaktive Blühwiese mit Insektenhotel und Sitzbank um. Ergänzt wurde die praktische Arbeit durch eine Führung durch die Herrenhäuser Gärten sowie einen Einblick in die Büroarbeit von chora blau. Das Projekt verband erfolgreich Wissensvermittlung mit konkretem Handeln und fand mit einer viel beachteten Präsentation vor rund 150 Gästen einen würdigen Abschluss. Das von der Lavesstiftung unterstützte Baukultur-Camp Niedersachsen fand vom 4. bis 7. August 2025 in Wolfsburg statt. Zehn Jugendliche erhielten praxisnahe Einblicke in Architektur, Hochbau und Stadtplanung, besuchten Baustellen und arbeiteten in kreativen Werkstattformaten. Zum Abschluss entwickelten sie einen eigenen Entwurf für ein Wohnquartier mit Schwerpunkt auf ruhigem Wohnen, viel Grün und Wasser. Das erfolgreiche Format soll künftig in weiteren niedersächsischen Städten fortgeführt werden und wurde zudem im NDR („Hallo Niedersachen“) vorgestellt. Die Erfahrungen aus dem Baukultur-Camp zeigen, dass Architektur als interdisziplinäres Lernfeld großes Potenzial für nachhaltige Bildungsarbeit bietet. Zugleich wird deutlich, dass solche Projekte langfristige Planung und verlässliche Netzwerke benötigen. Durch stärkere Vernetzung mit Lehrkräftefortbildung, Fachinitiativen und Stiftungen soll die Architekturbildung in Niedersachsen weiter gestärkt werden.