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Verwaltungsgebäude Avacon AG, Salzgitter-Lebenstedt

Adresse

Joachim-Campe-Straße 14, 38226 Salzgitter-Lebenstedt

Bauherrin

Avacon Netz GmbH (vorm. Avacon AG, davor E.ON Avacon AG), Helmstedt

Entwurfsverfasser

bof architekten bücking, ostrop & flemming partnerschaft mbb, Hamburg

Weitere Beteiligte

bof architekten mit H&P Bauingenieure GmbH & Co. KG, Hannover (Ausschreibung) / Drewes & Speth, Beratende Ingenieure im Bauwesen Partnerschaftsgesellschaft mbB, Hannover (Tragwerksplanung) / greenbox Landschaftsarchitekten Partnerschaftsgesellschaft mbB, Köln (Landschaftsarchitektur)

Fertigstellung

2013

Fotos

Thomas Lewandowski

URTEIL DER JURY

Das neue Verwaltungsgebäude der Avacon AG in Salzgitter-Lebenstedt setzt selbstbewusst und mit einfacher Formensprache neue architektonische Akzente im eigentlich schwierigen städtebaulichen Umfeld.

Besonders der durch eine landschaftlich gestaltete Überdeckung der ca. 300 Stellplätze gewonnene Freiraum mit Wegeverbindung überzeugt, drängt die stadtbildprägende Dominanz des Automobils zurück, strahlt positiv auf die Nachbarschaft aus und bringt Grün in die Mitte der Stadt.

Das Gebäude selbst überzeugt durch eine klare horizontale Gliederung. Das Erdgeschoss mit den hier angeordneten dienenden Funktionen ist umlaufend und geschosshoch verglast und wirkt so einsehbar, offen und einladend. Die Fassaden der beiden darüber auskragenden Bürogeschosse werden durch den in zwei Bändern angeordneten, aus Streckmetall bestehenden, außen liegenden Sonnenschutz geprägt. Durch die raumweise individuelle Steuerung entstehen sich ständig verändernde Fassadenansichten mit wechselndem Licht- und Schattenspiel.

Die mittig liegende, dreigeschossige Eingangshalle erschließt den dort zentral platzierten, über Brücken erreichbaren Aufzug und die vier in den umgebenden Gebäudeflügeln mittig angeordneten Treppenräume. Der von außen übernommene, mit Treppenanlage erstellte Gebäudesprung, der offene Empfangstresen, die angebundene Mensa, die Konferenzräume sowie natürlich auch die durch Dachsheds erreichte, natürliche Belichtung stärken das Zentrum und geben ihm Relevanz.

Die Bürogeschosse sind jeweils zwischen den Treppenräumen über die Gebäudeecken in vier Kombi-Büronutzungseinheiten organisiert. Die Kombizonen sind zu den Büros vollflächig verglast, der dadurch entstehende Außenbezug ist positiv zu bewerten. Die Bürotrennwände untereinander sind schlicht gestaltet, möglicherweise wären durch eine konsequente Integration akustisch wirksamer Schrank- und Regalflächen zusätzliche Aufbewahrungsmöbel obsolet.

Zentrale Halle und Büros sind sämtlich natürlich be- und entlüftet, die Decken der Büros zudem mit an Geothermie angeschlossenen Baukernaktivierung, das Raumklima im gesamten Gebäude wird als angenehm wahrgenommen.

 

STÄDTEBAULICHE MERKMALE

Das Gebäude liegt am Ende einer Grünachse zwischen Salzgittersee und der Fußgängerzone von Salzgitter. Der Entwurf soll den Grünzug im Süden aufgreifen und ihn in Form einer „Park“-Landschaft fortführen. In dieser „Parklandschaft“ werden die geforderten ca. 300 Stellplätze untergebracht. Das Dach des Parkdecks soll als öffentlicher Ort verstanden werden.

GESTALTUNGSMERKMALE

Das Gebäude soll als kupferne Scheibe über der Parklandschaft schweben. Fassade: Außenliegender Sonnenschutz aus geschosshohen kupferfarbenen Streckmetalllamellen, individuell ansteuerbar. Die geschosshohe Verglasung im EG springt 2,70 Meter nach innen zurück.

HINWEISE

BDA-Preis Niedersachsen.

NUTZUNGSMERKMALE

Neubau einer Technikzentrale der E.ON-Avacon AG. Erdgeschoss: Eingangsbereich, Mensa, Konferenzbereich, steinerne Freitreppe. Obergeschosse: Büromodule als klassische Kombibüros.

IDENTITÄT

Kupferne Scheibe schwebt über „Park“-Landschaft.