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HTW 26 - Bürogebäude am Heger-Tor-Wall, Osnabrück

Adresse

Heger-Tor-Wall 26, 49078 Osnabrück

Bauherrin

VVN Niederberghaus GmbH, Ibbenbühren

Entwurfsverfasser

heimspielarchitekten matzken kamherbeek PartGmbB, Münster

Fertigstellung

2017

Fotos

Roland Borgmann

URTEIL DER JURY

Das viergeschossige Bürogebäude am Heger-Tor-Wall fügt sich als Einzelgebäude städtebaulich an dem innerstädtischen Standort einer verkehrsreichen Straße zwischen prominenter Bebauung (Felix-Nussbaum-Museum von Daniel Libeskind, Villa Schlikker) sehr gut mit seiner Kubatur ein. Die bestehenden planerischen und planungs-, denkmal- bzw. naturschutzrechtlichen Vorgaben sind in kreativer Form eingehalten. Die erforderlichen Stellplätze sind im rückwärtigen Freiraum mit (aufwändigen) Doppeltiefparkanlagen angelegt und ermöglichen eine freiräumliche attraktive Gestaltung, die den privaten Freiräumen in der Nachbarschaft entspricht.

Die baulichen Elemente der Nachbarbebauung werden aufgenommen und mit hochwertigen Materialien zeitgemäß neu gestaltet (Klinker aus der Region mit Fugenglattstrich). Die Fassadengestaltung orientiert sich mit ihren Proportionen (Fensterformate und -gestaltung, rückwärtige Freisitze) an den benachbarten Gebäuden.

Der Grundriss ist mit abtrennbaren Geschossen (zwei Treppenhäuser) und einem Achs-Raster flexibel und ermöglicht eine Anpassung der Räume an sich ändernde, zukünftige Nutzeransprüche. Das Erdgeschoss wird derzeit als Kunstgalerie genutzt. Im zweiten und dritten Obergeschoss befinden sich Büroarbeitsplätze mit natürlicher Belichtung in offenen transparenten Bereichen, während im Untergeschoss Erholungs-, Sport- und Aktivitätsangebote bestehen. Im Penthaus gibt es zwei Schlafräume und einen offenen Sozial-(Küchen-/Essbereich) für externe Mitarbeiter.

Hochwertige Ausstattung und Materialien (wie Holz-/Alufenster) werden mit zurückhaltenden Elementen geschickt kombiniert (Industrieboden). Von allen Ebenen sind Zugänge in den Freiraum möglich. Hohe städtebauliche Qualitäten, hochwertige architektonische Gestaltung und Verarbeitung von Materialien sowie eine flexible Grundrissorganisation in vertikaler und horizontaler Hinsicht bilden die zentralen Elemente dieses auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Gebäudes. Es ist Ausdruck eines auf den Wettbewerb um „kreative Köpfe“ abzielenden Angebots eines Arbeitsumfelds, bei dem Arbeit und Freizeit sich durchdringen.

Dieses Gebäude ist ein Kleinod zeitgemäßer städtischer Architektur, das den prominenten Solitärgebäuden in unmittelbarer Nachbarschaft keine Konkurrenz macht und sich eigenständig und selbstbewusst in diesem Umfeld präsentiert.

 

STÄDTEBAULICHE MERKMALE

Am Heger-Tor-Wall, innerhalb eines unter Ensembleschutz stehenden Stadtgefüges, direkt neben der Villa Schlikker und in unmittelbarer Nähe zum Felix-Nussbaum-Haus.

GESTALTUNGSMERKMALE

Fassade: changierende Fassadenklinker und Betonfertigteile.

NUTZUNGSMERKMALE

Neubau eines Bürogebäudes mit Büro- und Gemeinschaftsräumen, Flächen für eine Kunstgalerie und
einem Penthouse mit großer Gemeinschaftsküche und einem Schlafbereich für Gäste und auswärtige Mitarbeiter. Im über Lichthöfe belichteten Untergeschoss befindet sich ein Fitness- und Entspannungsbereich.

IDENTITÄT

Mitarbeiterfreundliches Bürogebäude in ensemblegeschützter Umgebung.