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Bürohaus hanova, Klagesmarkt, Hannover

Adresse

Otto-Brenner-Straße 4, 30159 Hannover

Bauherrin

hanova Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH), Hannover

Entwurfsverfasser

Architekten BKSP Grabau Obermann Ronczka und Partner mbB, Hannover
Rokahr Innenarchitekten BDIA, Hannover

Weitere Beteiligte

Dipl.-Ing. Architekt Thomas Obermann, Dipl.-Ing. Architekt Michael Ronczka, Dipl.-Ing. Architekt Patrick Otto, Dipl.-Ing. Architekt Oliver Hauer, M. Sc. Architektur Jonas Starke

Fertigstellung

2017

Fotos

Frank Aussieker / Eberhard Franke

URTEIL DER JURY

Im Zuge der Umgestaltung des Klagesmarktes in Hannover ist in den letzten Jahren ein gemischtes Quartier entstanden: als Auftakt sieben Wohnhäuser und das Hochhaus der städtischen Wohnungsbaugesellschaft hanova, das städtebaulich das Gegenstück zum gegenüberliegenden Gewerkschaftshaus bildet. Aufgrund seiner Größe und sachlichen Rasterung der Fassade straßenraumprägend, gelingt es dem Hochhaus dennoch, den Raum nicht übermäßig zu dominieren.

Der Bau ist im mittleren Teil siebengeschossig, staffelt sich an einem Ende ab. Der eingeschossige Anschluss an die Nachbarbebauung ermöglicht Lichteinfall in den Hof des Quartieres. Die durch Pfeiler profilierte Fassade aus Backstein bietet einen engen Bezug zum Standort.

Die Rasterung der Fassade durch die rund 60 cm breiten, recht eng angeordneten Pfeiler bildet eine eindrucksvolle räumliche Struktur, sie strahlt Ruhe und Standfestigkeit aus und gleichzeitig Sachlichkeit in der konsequenten Anwendung am ganzen Gebäude. Durch den Knick in der Fassade eröffnet diese zwei Ansichten, bei der die Pfeiler eine Abstufung bieten oder einen Blick auf die Fenster freigeben. Lediglich im Bereich des Eingangs ist das Fassadenraster durch eine durchgehende Verglasung ersetzt – als Zugang so leicht zu erkennen und Offenheit für Besucher ausstrahlend.

Die Staffelung der Geschosse nach oben, der dezente Einschnitt des Erdgeschosses im Eingangsbereich und die vertikalen Knicke im Baukörper sind die einzige baukörperliche Modellierung und prägen den soliden Gesamteindruck.

Im Inneren befindet sich im Erdgeschoss ein Foyer mit halbtransparenten Besprechungsräumen, in den Obergeschossen klassische Büros für 1–2 Personen sowie offene Bereiche zum gemeinsamen Arbeiten oder für Pausen. Im fünften Obergeschoss befindet sich eine Mitarbeiterlounge mit Außenbereich. Arbeitsflächen sind abwechslungsreich gestaltet, unterschiedlich offene Möglichkeiten zu stiller Arbeit werden genauso angeboten wie verschiedenste räumliche Formate für Kommunikation und Interaktion.

Das Gebäude der hanova Wohnungsbaugesellschaft ist sowohl städtebaulich wie gestalterisch und in der Ausführung eine Bereicherung für den Standort und in der sehr durchdachten und hochwertigen Ausführung der Arbeitsflächen auch definitiv eine Bereicherung für die Arbeitnehmer.

 

STÄDTEBAULICHE MERKMALE

Der Klagesmarkt in Hannover ist eine Platzfläche am Übergang von Innenstadt und Nordstadt. Auf Grundlage des prämierten, städtebaulichen Konzepts (Hannover City 2020) werden Teilflächen des Klagesmarktes mit einem gemischten Quartier bebaut. Der 1. Bauabschnitt setzt sich aus sieben Wohnhäusern und einem Bürohaus auf einer gemeinsamen Tiefgarage zusammen. Das Bürohaus bildet den südlichen Auftakt der Gesamtbebauung. Mit sieben Geschossen ist es das höchste Gebäude und entwickelt mit dem gegenüberliegenden Gewerkschaftshaus eine Torwirkung. Der Hauptbaukörper gliedert sich in fünf und sieben Geschosse.

GESTALTUNGSMERKMALE

Der Unterschnitt im EG markiert den Eingang des Bürohauses. Umlaufend nehmen Mauerwerkspfeiler von
61,5 cm Breite das Tragwerk entlang der Fassade auf.

NUTZUNGSMERKMALE

Neubau eines Bürohauses für die städtische Wohnungsbaugesellschaft. Erdgeschoss: Foyer mit semitransparenten Beratungsräumen, Obergeschosse: Büroflächen, OpenSpace-Bereiche, Doppel- und Einzelbüros, gläserne Teamräume, Silent-Office-Büros, 5.Obergeschoss: Mitarbeiter-Lounge.

IDENTITÄT

Städtische Wohnungsbaugesellschaft macht den Auftakt eines neuen innerstädtischen Quartiers.