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Region Südniedersachsen

Südniedersachsen ist der geografische Mittelpunkt Deutschlands und vielschichtig, differenziert, engagiert, interessiert, renommiert, tradiert und familiär.

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Der Regionalbeauftragte Roman Graf stellt sich vor

Ich engagiere mich für die Regionalisierung, weil…

Roman Graf: …es für mich immer schon wichtig und selbstverständlich war, sich berufspolitisch zu engagieren. Mein allgemeines berufspolitisches Engagement und meine Leidenschaft für diesen Beruf ließen mich nicht lange überlegen, Regionalbeauftragter zu werden. Verstärkt wird dies noch dadurch, dass ich mich auch der nächsten Generation verpflichtet fühle, da meine Tochter diesen Beruf ergriffen hat.

Sehen Sie sich Ihrer Region besonders verbunden?

Natürlich. Ich fühle mich in meiner berufspolitischen Arbeit besonders der ländlichen Region und den damit verbundenen Problemen verpflichtet. In den Zentren mit ihren Hochschulen und der Architektendichte ist das Ringen um die Qualität der Bau- und Planungskultur anders, als in den übrigen Regionen. Das besondere Engagement von Kolleginnen und Kollegen ist hier aufwendiger, da wir nicht so dicht vernetzt sind. Das bringt schon die räumliche Entfernung mit sich. Es bedarf eines verstärkten Engagements, Defizite auszugleichen.

Welche Defizite meinen Sie?

Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Informationen, die wir in Hannover und Braunschweig erhalten, die ländlichen Regionen nur teilweise bzw. gar nicht erreichen. Eine Vernetzung und Verzahnung des Berufsstandes, insbesondere vor dem Hintergrund der Vergabepraxis unserer öffentlichen und privaten Auftraggeber, findet wenig bis überhaupt nicht statt. Dieses Problem will ich im Kollegenkreis thematisieren. Die Mitglieder müssen erfahren, dass die Architektenkammer ihr eigenes Selbstverwaltungs-Organ ist. Dieses kann uns vielfältig in der Region unterstützen. Die Herausforderungen der kleineren und mittleren Büros im ländlichen Raum sind erheblich.

Wo sehen Sie die Probleme?

Ich denke beispielsweise an die Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Mitarbeitern oder an Nachfolgeregelungen, da derzeit viele ältere Kolleginnen und Kollegen Nachfolger suchen. Der Nachwuchs aus den Hochschulen, aber auch etablierte Architekten finden selten den Weg in die ländlichen Regionen.

Sie sprachen auch die Vergabepraxis an.

Bei der Vergabe von Planungsleistungen müssen wir bei den Landkreisen und Kommunen das Einhalten von fairen, transparenten Auftragsvergaben und Wettbewerbsverfahren einfordern. Gerade der öffentliche Umgang mit Planungsverfahren und Auftragsvergaben verläuft intransparent und häufig investorengeprägt. Daher müssen wir die öffentliche Diskussion über die städtebaulichen Qualitäten und die baukulturelle Kompetenz der Architekten fördern. Dies kann aber nur mit einem Netzwerk der örtlichen Kolleginnen und Kollegen erfolgen.

Spielt bei der Vergabe auch der Abbau von Planungskapazitäten in den öffentlichen Verwaltungen eine Rolle?

Ganz eindeutig. Uns fehlen die Ansprechpartner und vorausschauende Planungen finden weder in dörflichen Strukturen noch in unseren Kleinstädten statt. Strukturen kann man schnell zerstören, Ergebnis ist planerischer Wildwuchs und unstrukturiertes Wachstum der Städte und Dörfer. Die Identifizierung mit der Region wird zerstört. Hier gilt es – und das betrachte ich als gemeinsame Aufgabe aller Kolleginnen und Kollegen, die ich gern fördern möchte -, das Bewusstsein in der kommunalen Politik und Bevölkerung wieder zu wecken. Wir müssen die stadtplanerischen, landschaftsplanerischen und hochbaulichen Qualitäten unseres Berufsstandes herausstellen und einbringen. Diese Aufgaben können aber nur gelingen, wenn es mir gelingt, ein Netzwerk unter den Kolleginnen und Kollegen in dieser Region aufzubauen. Dies betrachte ich als vordringliche Aufgabe. Deshalb appelliere ich an die Mitglieder meiner Kammerregion Südniedersachsen, sich zu engagieren.

Wie wollen Sie Ihr Netzwerk starten?

Ich werde interne Veranstaltungen organisieren, bei der sich die Kammer-Mitglieder untereinander austauschen und die Probleme benennen können. Wichtig ist es dabei, die jungen und neuen Kammer-Mitglieder einzubinden. Wir haben ähnliche Probleme und können uns gegenseitig unterstützen. Wenn es mir als Fernziel dann gelingt, hieraus ein Netzwerk innerhalb der Büros aufzubauen, die gemeinsam auch größere Bauaufgaben bewältigen können, haben wir viel erreicht.

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Roman Graf