Ein Abend, der mittlerweile zur festen Größe im Jahreskalender der Architektenkammer geworden ist. Landtags-Vizepräsidentin Barbara Otte-Kinast begrüßte als Hausherrin die rund 100 Gäste, ehe Kammer-Präsident Robert Marlow die aktuellen Herausforderungen des Berufsstandes direkt an die Politik adressieren konnte.
„Einerseits. Andererseits.“ Mit diesen Worten beschrieb Marlow die aktuelle Lage der Architekturbüros: Während die Geschäftslage vielerorts noch gut ist, bereiten die Aussichten für die kommenden Monate zunehmend Sorgen. Die Erleichterungen durch die novellierte Niedersächsische Bauordnung begrüßte er ausdrücklich. Zugleich machte er deutlich, dass bessere gesetzliche Rahmenbedingungen allein die Krise im Wohnungsbau nicht lösen können.
Besonders am Herzen lag ihm die Zukunft der vielfältigen, mittelständisch geprägten Planungslandschaft in Niedersachsen. Angesichts zunehmender Gesamtvergaben und hoher Zugangshürden bei öffentlichen Aufträgen warnte er davor, dass gerade junge und kleinere Büros das Nachsehen haben. Marlow warb für mehr Planungswettbewerbe, faire Vergabeverfahren und den Erhalt der beruflichen Unabhängigkeit. Deutliche Kritik äußerte er auch an der geplanten Novellierung des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes.
Bei allen Herausforderungen gab es aber auch Grund zur Zuversicht: hervorragend ausgebildeter Nachwuchs, engagierte junge Büros und neue Ideen für den Umgang mit unserem Gebäudebestand sprechen für ein gute, positive Grundrichtung und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Politik.
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den baupolitischen Sprechern von CDU, SPD und Grünen, wurden die von Marlow angesprochenen Themen weiter diskutiert. Insbesondere die geplante Denkmalschutzgesetz-Novelle, welche die Kammer deutlich kritisiert hatte, wurde intensiv und auch kontrovers thematisiert.
Kammer zu Gast im Landtag
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