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Bringen Digitalisierung und serielle Bauweisen mehr Tempo, Effizienz und Nachhaltigkeit?

| Kammer aktuell

Wie kann Bauen in Niedersachsen einfacher, schneller und zukunftsfähiger werden? Diese Frage stand am 1. Oktober beim 21. Wohnungspolitischen Kongress in Hannover zur Diskussion. Nach Impulsen und Podiumsgespräch am Vormittag wurden die Themen am Nachmittag in drei Fachforen vertieft.

Foto: Gabi von Allwörden

Die Architektenkammer Niedersachsen gestaltete gemeinsam mit dem vdw Niedersachsen Bremen das Forum „Ist der Wohnungsbau zu analog? Bringen Digitalisierung und serielle Bauweisen wirklich mehr Tempo, Effizienz und Nachhaltigkeit?“ Moderiert wurde es von Gabi von Allwörden, Architektin und Referentin Nachhaltigkeit und Baukultur der Architektenkammer Niedersachsen, und Hiram Kahler, Technischer Referent beim vdw Niedersachsen Bremen.

Den Auftakt machte Hendrik Wiese, M. A. Architektur, von der Leibniz Universität Hannover mit einem Vortrag zu Chancen und Grenzen von KI in der Architektur. Seine These: Geschwindigkeit sei das falsche Ziel. KI werde dann sinnvoll, wenn die gewonnene Zeit in bessere Planung fließe. Bei Recherche, Textarbeit, Varianten oder Routinen könne sie unterstützen. Gestaltung, Abwägung und Verantwortung blieben Sache der Planenden. Sein Fazit lautete: „Schnellere Schleifen, nicht schnellere Planung.“

Wie digitale Werkzeuge schon heute eingesetzt werden, zeigten anschließend drei Start-ups. Liza Ocklenburg stellte mit Cosuno ein KI-gestütztes Ausschreibungstool für Bauleistungen vor. Max Rudolph präsentierte mit Buildplace einen digitalen Zwilling für die Stadtplanung und -entwicklung. Sebastian Rademacher zeigte mit Navou ein KI-Dienstleistungskonzept für den Umbau des Gebäudebestands zu Wohnen.

In der Gesprächsrunde „Viele Tools, ein Ziel. Was ist realistisch?“ diskutierten Prof. Tatjana Sabljo, Architektin, Vorsitzende des BDA Niedersachsen und Lehrende an der Hochschule Hannover, Maria Atitar, Architektin, Büroinhaberin und Vorsitzende des Wettbewerbsausschusses der Architektenkammer Niedersachsen, sowie Prof. Sven Martens, Architekt, Partner bei gruppeomp und Professor an der Jade Hochschule Oldenburg.

Sabljo stellte die bisherige Förderlogik infrage. Statt immer mehr Dämmung oder Technik zu fördern, müsse auch darüber gesprochen werden, ob weniger Material und weniger technische Ausstattung nicht manchmal der bessere Weg seien. Maria Atitar hingegen berichtete aus Wettbewerben, dass stark idealisierte KI-Visualisierungen den Blick auf die eigentliche Qualität eines Entwurfs überlagern könnten. Martens warnte davor, dass zusätzliche technische Möglichkeiten schnell zu noch mehr Daten, Varianten und (vermeintlicher) Perfektion führten. Was zunächst Zeit spare, könne an anderer Stelle neue Arbeit erzeugen.

Am Ende bestand Einigkeit darin, dass digitale Werkzeuge Planung nicht einfach nur beschleunigen sollten. Sie können Routinen vereinfachen und Zeit für Entwurf, Prüfung und sorgfältige Entscheidungen schaffen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur, ob Digitalisierung und serielles Bauen mehr Tempo bringen, sondern ob sie zu besserer Planung beitragen.

Kontakt
Marlies John
Assistentin und Sachbearbeiterin
+49 511 28096-35
Kontakt
Architektin Dipl.-Ing. Susanne de Vries
Referentin
+49 511 28096-60
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