Rund 70 Architekturstudierende kamen am 6. Oktober zum kammer@campus in die Bauversuchshalle der hochschule 21 in Buxtehude. Das noch junge Format der Architektenkammer Niedersachsen war zuvor bereits an der TU Braunschweig und an der Jade Hochschule zu Gast. Die Idee dahinter ist einfach: früh miteinander ins Gespräch kommen, über das Studium, den Einstieg in den Beruf und darüber, welche Rolle die Architektenkammer dabei eigentlich spielt.
Nach der Begrüßung stand zunächst Architekturgeschichte auf dem Programm. Gezeigt wurde die eindrückliche Dokumentation „The Pruitt-Igoe Myth“ von Chad Freidrichs über die gleichnamige Großwohnsiedlung in St. Louis. Die 33 elfgeschossigen Wohngebäude waren in den 1950er-Jahren als ambitioniertes und auch von den Bewohnern gefeiertes Projekt des öffentlichen Wohnungsbaus entstanden und wurden keine zwei Jahrzehnte später wieder abgerissen. Der Film zeigt, dass nicht die Architektur allein für das Scheitern verantwortlich gewesen sei, sondern vielmehr die fehlende Instand- und Unterhaltung, der dramatische wirtschaftliche Strukturwandel, Suburbanisierung, Segregation und politische Rahmenbedingungen: Reichlich Stoff für das anschließende Gespräch, in dem es um die Verantwortung von Architektur ging - „Architektur ist kein Selbstzweck: Wir bauen für Menschen", wie es Prof. Carsten Ley auf den Punkt brachte - um Wohnungsbau und Baukultur, aber auch um die Frage, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen gute Architektur überhaupt funktionieren kann. Von dort führte der Weg schnell zu Themen, die für die Studierenden ganz unmittelbar mit ihrer eigenen beruflichen Zukunft zu tun haben.
Andreas Rauterberg, Ansprechpartner der Kammer für Studierende und Hochschulen, stellte die Architektenkammer und ihre Arbeit vor. Besonders gefragt waren ganz praktische Informationen: Wie läuft die Eintragung in die Architektenliste ab? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Was bringt eine Juniormitgliedschaft? Und wie funktioniert eigentlich das Versorgungswerk? Auch zu Berufseinstieg, Praxiszeiten und weiteren Aufgaben der Kammer kamen zahlreiche Fragen aus dem Publikum.
Zum Abschluss ging es bei Imbiss und kühlen Getränken informell weiter. Viele Gespräche aus der Runde wurden dort noch einmal vertieft – ein gelungener Abend und sicher nicht der letzte Besuch von kammer@campus an der hochschule 21 in Buxtehude!


