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„So wenig Technik wie möglich und so viel wie nötig“

| Kammer aktuell

Kammer-Cappuccino im Mai zum „Niedersächsischen Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen“.

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Wie lässt sich Wohnungsbau einfacher, schneller und günstiger machen? Darüber diskutierten Kammer-Präsident Robert Marlow und Dr. Susanne Schmitt, Verbandsdirektorin des vdw Niedersachsen Bremen, mit den rund 250 Dazugeschalteten beim Kammer-Cappuccino im Mai. 

Im Mittelpunkt stand der „Niedersächsische Weg zum erleichterten und kostengünstigen Bauen“, den das Bündnis für bezahlbares Wohnen unter Mitwirkung von Marlow und der Kammer im Frühjahr vorgestellt hat. Schmitt koordinierte den Prozess gemeinsam mit Claudia Simon, Abteilungsleiterin aus dem Niedersächsischen Bauministerium. Vorbilder waren unter anderem der Hamburg-Standard und der Bremer Weg. Niedersachsen habe sich aber bewusst für einen kompakteren Ansatz entschieden. „Wir haben uns auf die ganz wesentlichen Aussagen konzentriert“, sagte Schmitt.

In mehreren Arbeitsgruppensitzungen diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Planung, Bauwirtschaft, Kommunen, Ministerium und Verbänden über konkrete Maßnahmen. Dass dabei nicht immer Einigkeit herrschte, verschwieg Schmitt nicht: „Wir haben auch gestritten.“ Gerade daraus sei aber ein gemeinsames Verständnis entstanden, wie sich Baukosten senken lassen.

Breiten Raum nahm das Thema Basisstandards ein. Schmitt sprach über einfache planerische Grundregeln, die im Wohnungsbau häufig aus dem Blick geraten seien. Ein Beispiel: übereinanderliegende Grundrisse in mehrgeschossigen Wohnhäusern. Wenn tragende Wände und Installationsstränge übereinanderliegen, werde die Konstruktion einfacher und materialärmer. „Dann spare ich in der Baukonstruktion viel an Beton und stabilisierendem Material.“

Auch die Gebäudetechnik stand zur Debatte. Viele Anlagen seien inzwischen unnötig kompliziert und überdimensioniert, sagte Schmitt mit Blick auf Lüftungs- und Heiztechnik. Stattdessen plädierte sie für einfache Low-Tech-Lösungen. „Man kann durch Weglassen und Konzentration auf das Wesentliche relativ viel Geld sparen.“

Marlow griff den Gedanken auf und verwies auf die vergleichsweise kurze Lebensdauer technischer Anlagen. „So wenig Technik wie möglich und so viel wie nötig“, fasste er zusammen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Zusammenarbeit im Planungsprozess. Schmitt warb dafür, Bauherrschaft, Planende, Fachplaner und Bauunternehmen möglichst früh an einen Tisch zu holen. Änderungen könnten so schneller abgestimmt und wirtschaftlicher umgesetzt werden. Auch die Bauaufsichtsbehörden sollten aus Sicht von Marlow frühzeitig informell eingebunden werden. Probleme ließen sich besser lösen, wenn sie nicht erst in fortgeschrittenen Planungsphasen sichtbar würden.

Beim Thema Digitalisierung verwies Schmitt auf die inzwischen flächendeckend möglichen digitalen Bauanträge in Niedersachsen. Entscheidend sei vor allem eine durchgängige Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Digitale Werkzeuge könnten Prozesse beschleunigen, ersetzten aber keine klaren Zuständigkeiten und abgestimmten Abläufe.

Mehrfach verwiesen Marlow und Schmitt auf die Best-Practice-Beispiele der Broschüre „Niedersachsen macht’s einfach“. Die Beispiele zeigen, wie durch einfache Bauformen, serielle Ansätze und reduzierte Gebäudetechnik wirtschaftlicher Wohnungsbau umgesetzt werden kann.

Den gesamten Kammer-Cappuccino gibt es hier zum nachhören: www.aknds.de/aktuelles/veranstaltungen/kammer-cappuccino

Weitere Informationen rund um den Niedersächsischen weg finden Sie hier: www.buendnis-fuer-bezahlbares-wohnen.niedersachsen.de/startseite/neue_arbeitsgruppen/niedersachsischer_weg_zum_erleichterten_und_kostengunstigen_bauen/niedersachsischer-weg-zum-erleichterten-und-kostengunstigen-bauen-245545.html

Kontakt
Marlies John
Assistentin und Sachbearbeiterin
+49 511 28096-35
Kontakt
Architektin Dipl.-Ing. Susanne de Vries
Referentin
+49 511 28096-60
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