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Nachruf Hans-Eike Schlömilch

| Kammer aktuell

Architektenkammer Niedersachsen trauert um ihren ehemaligen Geschäftsführer

Prof. Hans-Eike Schlömilch, der ehemalige Geschäftsführer der Architektenkammer Niedersachsen, ist am 05.06.2026 im Alter von 86 Jahren verstorben.

Hans-Eike Schlömilch hat von der Gründungsphase der Architektenkammer bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2001 die Architektenkammer wie kein anderer geprägt. Für alle Kollegen, die in diesen Jahren aktiv in der Kammerarbeit engagiert waren, verkörperte Hans-Eicke Schlömilch die Architektenkammer Niedersachsen mindestens genauso wie die jeweiligen Präsidenten.

Vier Jahre nach Gründung der Kammer trat er 1974 in deren Dienst ein und wurde noch im selben Jahr zum Geschäftsführer und stellvertretenden Hauptgeschäftsführer bestellt, 1983 dann zusätzlich zum Syndikus und 1994 zum alleinigen Geschäftsführer.

Fast 30 Jahre war er insbesondere nach Innen gegenüber der Kollegenschaft das „Gesicht“ der Kammer, und dies ein meist freundliches, aber – wenn er es für erforderlich hielt – auch ein strenges. Für heutige, jüngere Kollegen mag es befremdlich klingen, aber damals führte die Kammer eine zum Teil gefürchtete Aufsicht über kollegiale Verhaltensweisen, zum Beispiel über das Verbot von Werbung. Selbst ein etwas zu großes Firmenschild konnte zu einer Abmahnung durch die Kammer führen, die – natürlich – von Herrn Schlömilch ausgesprochen wurde. Für ihn waren dies aber keine Formalitäten. Kollegiale Rücksichtnahme unter Kollegen und eine „moralische Haltung“ hielt er für eine Grundvoraussetzung für das Tragen des Titels des Architekten. Wenn er Defizite in dieser Hinsicht erkannte, konnten die Betroffenen dies meistens deutlich spüren. Der Respekt, der ihm zuteilwurde, begründet sich auch aus dieser klaren Haltung und natürlich aus seinem juristischen Sachverstand, der von allen geschätzt – manchmal auch gefürchtet – wurde. Dass er auch als Honorarprofessor für Bau- und Architektenrecht an der Fachhochschule Hildesheim tätig war, unterstreicht die Breite seines juristischen Sachverstands.

Hans-Eike Schlömilch verstand es darüber hinaus, für Entwicklungen in der Kammer, die er für wichtig und notwendig hielt, Mitstreiter in der Kollegenschaft zu finden und diese zu motivieren. So bin ich mir bis heute nicht sicher, ob die Entwicklung einer eigenständigen, zunächst niedersächsischen Wettbewerbsordnung, der GAW, aus der Kritik einiger junger und mit den Verkrustungen des damaligen Wettbewerbswesens unzufriedenen Kollegen entstand oder ob Hans-Eike Schlömilch diese Unzufriedenheit bewusst in eine Richtung kanalisierte, die er möglicherweise schon vor uns für erforderlich hielt.

Dass wir in Niedersachsen den Mut fanden, eine eigene Wettbewerbsordnung zu entwickeln, um auch private Auslober von dieser Vergabeform zu überzeugen, wäre ohne ihn nicht möglich gewesen. Dass deren Grundsätze später weitgehend in die Novellierung der bundesweiten Wettbewerbsordnung übernommen wurden, wird ihm sicherlich Genugtuung gewesen sein. Denn auch wenn er nach außen hin seine Verdienste nicht in den Vordergrund gestellt hat, bin ich mir sicher, dass diese für ihn eine wichtige Motivation für die vielen Arbeitsjahre darstellten, die er der Architektenkammer Niedersachsen bis zu seinem Ausscheiden mit gleichbleibendem Engagement gewidmet hat.

Text: Hartmut Rüdiger, ehem. Vizepräsident der Architektenkammer Niedersachsen

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