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Sartorius Forschungs- und Entwicklungsgebäude, Göttingen

ADRESSE
Otto-Brenner-Straße 20, 37079 Göttingen

BAUHERRIN
Sartorius AG, Göttingen – Michael von Darsen

ENTWURFSVERFASSER
Bünemann & Collegen GmbH, Hannover – Architekt Dipl.-Ing. Christian Rathmann, Architekt Dipl.-Ing. Jörg Vaqué, Architektin Dipl.-Ing. Merle Queisner, Architektin Dipl.-Ing. Nicole Francke, Architektin Dipl.-Ing. Sabine Gerlach, Architekt Dipl.-Ing. Benjamin Wagner, Architekt Dipl.-Ing. Eckhard Habermann

WEITERE BETEILIGTE
Architektin Dipl.-Ing. Gunhild Perrey, Hannover / Drewes + Speth Beratende Ingenieure Partnerschaftsgesellschaft mbB, Hannover – Prof. Dr.-Ing. Martin Speth / EUROLABORS AG, Kassel – Markus
Fenner / GREAN GmbH, Garbsen – Serjosha Wulf / Janßen Energieplanung, Hannover – Stefan Janßen

FERTIGSTELLUNG
November 2023

URTEIL DER JURY

Die Sartorius AG als schnell wachsendes Unternehmen der Life Sciences-Branche hat mit ihren Architekten und Planern den Standort in Göttingen-Grone in den letzten 12 Jahren durch eine konsequente Masterplanung zu einem Konzerncampus von internationalem Rang entwickelt.

Statt bloßer Flächeninanspruchnahme erfolgte eine ressourcenschonende Verdichtung mit integrierten sozialverantwortlichen Nutzungen (Kita) sowie einer identitätsstiftenden Umgebung nach innen und außen mittels klarer Formensprache und entsprechendem Materialeinsatz.

Der neueste Campus-Baustein, der Neubau für Forschung- und Entwicklung, setzt den Anspruch an Nachhaltigkeit, Innovation und gebaute Unternehmenskultur fort. Der viergeschossige Neubau arrondiert den Campus straßenraumprägend im Norden und bildet das Entree des Unternehmens zum Norden und zum angrenzenden Fernverkehr. Die wellenartige Alu-Doppelfassade versinnbildlicht den dynamischen Prozess aus Forschung und Entwicklung im Gebäudeinneren. Die Erschließung erfolgt am nördlichen Endpunkt der boulevardähnlichen, grünen Magistrale des Campus über ein im Bestand neugeschaffenes Foyer und diagonal verlaufende Verbindungsbrücken in den Obergeschossen. Das Gebäude gliedert sich in vier Bauteile auf gemeinsamer Plattform. Die tiefen Volumeneinschnitte in der Kubatur reduzieren die Gebäudetiefe, ermöglichen Einblicke in die betrieblichen Abläufe und Ausblicke in die Landschaft. Verbindendes Element über alle Geschosse ist das zentrale Atrium. Im Inneren nimmt sich die Forschungs- und Entwicklungstechnik sehr variabel den Raum, den sie benötigt. Sehr leicht gehaltene, modulare Räume, eine gute Orientierung, kurze Wege und kommunikativ gestaltete Gemeinschaftszonen schaffen trotz verschiedener Sicherheitsanforderungen
in den Laboren Arbeitsplätze von hoher Aufenthaltsqualität.

Die Unternehmenswerte Nachhaltigkeit, Offenheit und Freude werden in diesem Bau unmittelbar sicht- und erlebbar. Insgesamt entstand ein Gebäude, welches durch seinen innovativen Nachhaltigkeitsansatz mit dem größten Geothermiefeld Niedersachsens, der Holzhybridbauweise sowie dem erwirtschafteten Energieüberschuss Vorbildcharakter für Forschungs-, Labor- und Entwicklungsgebäude haben wird.

STÄDTEBAULICHE QUALITÄTEN

Auf dicht bebautem Areal des Firmensitzes ist der Neubau für Forschung und Entwicklung als Kopfbau nördlich zur Hermann-Kolbe-Straße ein hochmodernes, und innovatives Gebäude, das laut Verfasser die Firmenwerte Nachhaltigkeit, Offenheit und Freude durch die Corporate Architecture sichtbar und erlebbar werden lassen soll. Die kompakte, viergeschossige Großform überzeugt mit einer horizontalen Gliederung der Doppelfassade,
die durch die wellenartig dynamischen Fensterbänder und markanten Einschnitte lebendig und spannungsreich wirken.

GESTALTUNGSQUALITÄTEN

Die Innenräume erscheinen hell und lichtdurchflutet, Weiß ist die dominierende Farbe, die sinnbildlich auch für klinische Prozesse und ein medizinisches Umfeld verstanden werden kann. Die modulare Skelettkonstruktion lässt ein Höchstmaß an Flexibilität, Variabilität und Anpassungsfähigkeit zu und ist als gestaltbildprägende Struktur erlebbar. Die Architektur spiegelt die Nutzung des TEC-Pharma-Konzerns wider und schafft dafür ein adäquates zeitgemäßes Arbeitsumfeld.

NUTZUNGSQUALITÄTEN

Die modulare Gebäudestruktur ist äußerst entwicklungsfähig: Kompaktheit, effiziente Erschließungswege und innenräumliche Qualitäten können Abläufe, Arbeitsprozesse und Kommunikation, und somit die Akzeptanz der Nutzer fördern.

NACHHALTIGKEITSKRITERIEN

Innovatives Konzept der Skelettkonstruktion – Verbundkonstruktion aus Holz, Stahlbeton und Stahl. Innovatives Gebäude-Energiekonzept, ressourcenschonende nachwachsende Rohstoffe, hohe Energieeffizienz, Geothermie-Nutzung – für dieses Gesamtkonzept erhält erstmalig ein Forschungsgebäude Platin der DGNB.