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Neubau Rosink, Nordhorn

ADRESSE 
Wehrmaate 9, 48531 Nordhorn

BAUHERR 
VR Besitz GmbH & Co.KG, Bentheim – Jan Lucas Veddeler

ENTWURFSVERFASSER 
WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA, Bremen

WEITERE BETEILIGTE 
Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH, Nordhorn (TGA, Tragwerksplanung und Bauphysik) / Anke Deeken Büro für Architektur Stadt- und Freiraumplanung Lichtplanung, Bremen (Freiraumplanung) / Böcker Ingenieure GmbH, Gronau (Brandschutz)

FERTIGSTELLUNG 
September 2023

ERGEBNIS EINES PLANUNGSWETTBEWERBS

URTEIL DER JURY

Für den Neubau ihres Verwaltungs- und Produktionsgebäudes entschied sich die Objekteinrichtungsfirma Rosink, einen Architektenwettbewerb durchzuführen. Mit der Realisierung ihres Siegerentwurfs schufen die Architekten ein ausgesprochen fein gestaltetes Gebäude, das gleichzeitig prägnant die Firmenphilosophie des Bauherrn verkörpert.

In das heterogene städtebauliche Umfeld entlang der Bundesstraße wurde der Baukörper klar und ruhig eingefügt. Die anspruchsvoll gestalteten Außenanlagen gewährleisten gleichzeitig eine natürliche Regenwasserhaltung.

Das Gebäude besteht aus der Produktionshalle und dem an der Stirnseite angefügten Verwaltungstrakt. Am Übergang beider Nutzungsbereiche wurde als Zugang ein Einschnitt vorgesehen, der gleichzeitig einen kleinen Innenhof bildet. Durch diesen verglasten Gebäudeschnitt erhält der Besucher schon vor Eintritt in das Gebäude einen Einblick in den Produktionsbereich.

Während der Verwaltungstrakt eher zurückhaltend gestaltet ist, prägt die Sheddachkonstruktion der Produktionshalle wesentlich die Charakteristik des Gebäudes. Die selbstbewusste klare Formensprache wird durch die Fassade aus eloxierten Aluminium-Trapezblech eindrucksvoll unterstützt.

Das Tragwerk der kompakten Gebäudestruktur ermöglicht insbesondere im Fertigungsbereich eine flexible Grundrissgestaltung. Die Sheddachkonstruktion des als Effizienzhaus 55 errichteten Gebäudes bewirkt nicht nur eine ausgesprochen gute Tageslichtausnutzung, sondern auch eine effektive PV-Nutzung der geneigten Dachflächen. Die Wärmeerzeugung erfolgt durch eine Verwertung der produktionseigenen Holzabfallstoffe.

Der Neubau der Firma Rosink in Nordhorn zeigt eindrucksvoll, wie der Entwurf eines nachhaltigen, funktionalen Produktionsgebäudes mit hoher architektonischer Gestaltungskraft verbunden werden kann. Das Gebäude entwickelt so nicht nur Strahlkraft für das Unternehmen, sondern auch für die Stadt Nordhorn. Ein Beispiel, das in vielen Gewebegebieten unseres Landes Schule machen sollte.

STÄDTEBAULICHE QUALITÄTEN

Werksneubau für Produktion und Verwaltung in einem zentrumsnahen Gewerbe-/Industriegebiet: Die starke rhythmische Gliederung der Sheddach-Halle wirkt dynamisch, die edel schillernde Materialität und Fassadengestaltung und die bewusste Öffnung nach außen betten den gewerblichen Bau mit seiner differenzierten Freiraumgestaltung in ein landschaftlich geprägtes Umfeld ein.

GESTALTUNGSQUALITÄTEN

Die Qualität der architektonischen Gestaltung trägt sich überzeugend durch alle Bereiche, von der Großform bis ins Detail und kann so als Corporate Identity die Firmenphilosophie – den hohen eigenen Anspruch, die Transparenz und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens – nach außen tragen, mit Strahlkraft-Potential auf andere Bereiche der Umgebung.

NUTZUNGSQUALITÄTEN

Flexible und moderne Arbeitswelten: Alle Bereiche, vom repräsentativen Foyer und Eingang über die Verwaltungs- und Planungsabteilungen bis zur Produktionshalle, sind hell und lichtdurchflutet und wirken großzügig, Sichtverbindungen in alle Bereiche schaffen Identität.

NACHHALTIGKEITSKRITERIEN

Kompakte Großform, langlebige und durable Gestaltung und Materialität. Hohe Flexibilität durch Tragwerk und Grundrissstruktur. Effiziente Tageslichtführung, Verschattung und sommerlicher Wärmeschutz. Effizienzhaus 55, Wärmeversorgung mit produktionseigenen Holzabfallstoffen (Kreislaufwirtschaft).

ERLÄUTERUNGEN DER VERFASSER ZU NACHHALTIGKEITSSCHWERPUNKTEN

Die Kombination aus Sheddach-Typologie und Nord-Süd-Ausrichtung des, als Effizienzhaus 55 geplanten, Gebäudes ermöglichen den maximalen Einsatz von Photovoltaik auf den geneigten Dächern. Der bewusste Einsatz von transparenten Fassaden- und Dachflächen sorgt für eine effektive Tageslichtausnutzung bei gleichzeitigem Außenraumbezug. Das weitspannende Tragwerk erlaubt insbesondere in der Produktion eine langfristige Nutzungsflexibilität in Bezug auf Produktionsszenarien und potentielle Umnutzungen. Die Wärmeerzeugung erfolgt im Sinne des Kreislaufgedankens ausschließlich durch die Verwertung der produktionseigenen Holzabfallstoffe. Eine effiziente mechanische Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung betreibt Raumluftverbesserung ohne Lärmbelästigung durch die nahegelegene Bundesstraße.