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Sensibilisierung Ökobilanzierung

| Kammer aktuell

Ökobilanzierung (LCA) als neue Förderrealität – Fortbildungen im Überblick

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Seit dem 1. November 2025 dürfen Förderanträge in den KfW-Neubauprogrammen KfN – Klimafreundlicher Neubau und WEF – Wohneigentum für Familien nur noch von Energieeffizienz-Expert:innen gestellt oder begleitet werden, die zusätzlich zur Energieeffizienz-Qualifikation eine verpflichtende Schulung in Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment, LCA) nachweisen und in der entsprechenden Kategorie der dena-Energieeffizienz-Expertenliste (EEE-Liste) eingetragen sind.

Diese Anforderung setzt die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD, 2024/1273/EU) um, die ab dem 1. Januar 2028 eine Treibhausgasemissions-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus für Neubauten über 1.000 m² und ab 2030 für sämtliche Neubauten vorschreibt. Damit wird die ökobilanzielle Betrachtung von Gebäuden über den Lebenszyklus zum verbindlichen Bestandteil von Planung, Beratung und Förderprüfung.

Neben dem Energiebedarf im Betrieb (Modul B6) sind künftig alle Treibhausgasemissionen entlang der Lebenszykluskette zu berücksichtigen: von den vorgelagerten Produktions- und Bauprozessen (A1–A5) über Ersatzmaßnahmen (B4) bis zum Rückbau (C3) und bis hin zu Wiederverwendung und Recycling (D). 

Damit rückt ein ganzheitlicher Blick auf Gebäude in den Vordergrund: Ein Bauwerk kann zwar im Betrieb energieeffizient sein, dabei aber dennoch durch die Materialwahl und Austauschzyklen ein hohes Treibhauspotenzial aufweisen. Die Ökobilanz macht diese Zusammenhänge sichtbar, so dass Optimierungspotenziale entdeckt und ausgeschöpft werden können. Diese Kompetenz wird in der Beratungspraxis zur zentralen Grundlage für Nachweisfähigkeit, Planungs- und Entscheidungssicherheit. Ein klarer Perspektivwechsel.

Damit Mitglieder der AKNDS und Energieberatende die Ökobilanzierung praxisnah und sicher anwenden können, bietet die Fortbildungsakademie drei passgenaue Formate an:

Ein Gebäude kann im Betrieb effizient sein und trotzdem durch Materialwahl und Austauschzyklen einen hohen CO₂-Rucksack tragen. LCA macht diese Wirkung transparent, LCC liefert die wirtschaftlich tragfähige Begründung über den gesamten Lebenszyklus. Genau diese Kompetenz entscheidet in der Beratungspraxis zunehmend über Sicherheit, Nachweisfähigkeit und Überzeugungskraft.

Kontakt
Marlies John
Assistentin und Sachbearbeiterin
+49 511 28096-35
Kontakt
Architektin Dipl.-Ing. Susanne de Vries
Referentin
+49 511 28096-60
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