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Rubberhouse

Ursprung für das Rubberhouse war ein internationaler Architekten-Wettbewerb 2006. Unter dem Motto »Simplicity« war die niederländische Stadt Almere auf der Suche nach experimentellen Häusern für die Wohnsiedlung »De Eenvoud« (dt.= Einfachheit), die sich am südwestlichen Rande der Stadt zwischen Ijsselmeer und der Siedlung Norderplassen-West entwickelt. Das Rubberhouse ist eines der zwölf Häuser, die sich auf einem Grundstück von circa 400 m² durch eine unkonventionelle Form, einfache Montage, damit kurze Bauzeiten und praktische wie nachhaltige Nutzungskonzepte auszeichnen.

Das in Massivholzbauweise errichtete Wohnhaus besteht aus einem zweigeschossigen Gebäudeteil, der über einen Höhenversprung mit dem eingeschossigen, bis zu 4,80 m hohen Hauptwohnraum verbunden ist. Sattel- und Pultdach treffen bündig aufeinander. Das Nutzungskonzept basiert auf kleinen Privaträumen zugunsten eines großzügigen, offenen Wohnbereichs in enger Verbindung mit dem Außenraum. Dabei variieren die Raumhöhen von 2,30 m im Bereich der Eingangsebenebis hin zu 4,80 m Deckenhöhe im Hauptwohnraum. Im Erdgeschoss auf Eingangsniveau des zweigeschossigen Gebäudeteils sind Büro sowie WC und Ankleide untergebracht. Der großzügige Hauptwohnraum beherbergt die offene Küche, den schwenkbaren Holzofen und den anschließenden Wohnbereich. Drinnen trifft Draußen. Über eine große Glasschiebetür lässt sich dieser Wohnbereich bis auf die 50 m² große Terrasse erweitern. Im oberen Geschoss liegen der Schlafraum mit integrierter Dusche, WC und Ankleide. Die offenen Raumabfolgen ermöglichen einen engen Bezug zur Landschaft und dem angrenzenden Grün des Waldes. Die außergewöhnliche, naturnahe Lage ist im gesamten Gebäude erlebbar.

Gegründet ist der Bau auf einem teils vorgefertigten Ringfundament, das auf zehn zwölf Meter langen Betonpfählen ruht. Die Bodenplatte besteht aus vorgefertigten, hoch isolierten Spannbetonhohldielen. Außen- und Innenwände sowie Geschossdecke sind mit massiven Brettsperrholzplatten ausgeführt. Damit sind die Rohbauoberflächen der Holzwände zugleich Sichtoberflächen des fertigen Hauses. Die Fassade und das Dach sind, mit Ausnahme der Terrasse zugewandten Seiten aus Lärchenholz, vollständig mit schwarzem Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk, kurz EPDM, bekleidet. Die innere Erscheinung wird gegensätzlich hierzu durch die warmen Sichtoberflächen des Massivholzes bestimmt. Der hohe Vorfertigungsgrad ermöglicht eine präzise Fügung der Bauteile sowie eine Bauzeit von nur drei Monaten.

Konstruktion und Nutzungskonzept des Rubberhouses sind durch den hohen Vorfertigungsgrad und die kurze Bauzeit in Massivholzbauweise energieeffizient und nachhaltig geplant. Beheizt wird das Haus über eine fernwärmegespeiste Fußbodenheizung, die sporadisch mit einem Holzofen unterstützt werden kann. Die Abluft der Sanitärräume wird über eine kontrollierte Lüftungsanlage entlüftet, einige Fenster sind mit Nachströmreglern ausgestattet.

Pläne und Skizzen können Sie hier (PDF) einsehen.

Fotos: Martin Henze
 

Projektdaten

  • Bauherren: Aletta Breugom, At Kasbergen
  • Ort: Almere-Stad, Niederlande
  • Architekten: Nils Nolting und Arne Hansen (cityförster architecture + urbanism)
  • Fertigstellung: November 2011
  • Bruttogeschossfläche: 205 m² (inkl. Terrasse)
  • Wohnfläche: 125 m² + 50 m² Terrasse
  • Bruttorauminhalt: 585 m³
  • Konstruktion: Massivholzkonstruktion mit hinterlüfteter Fassade
  • Energieträger: Fernwärme

 

»Einfachheit im Sinne von einfachem Leben ermöglicht, sofern es als freiwillige Handlung vollzogen wird, ein Leben entrückt von Status getriebenen Lebensstilen.«