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Zauberwürfel

Am Rand des Stadtgebiets von Braunschweig hat sich eine kleine Familie den persönlichen Traum vom Haus erfüllt. Kurze Wege zum Supermarkt, Schulen, Kindergärten und in die City sind energiesparend und praktisch für die Familie. Das Wohnhaus steht, wie alle Häuser in diesem Neubaugebiet, auf einem Baufeld von 15 x 15 m Kantenlänge. Darauf steht ein weißer Würfel, der durch die Liebe zum Detail und konsequente Reduzierung besticht. Jede Ecke im Haus – vom Stauraum für den Rasenmäher bis zur Ausbildung der Türzarge – wurde in der Planung durchdacht. So wirkt alles selbstverständlich und aufgeräumt.
Die Doppelgarage ist in das Gebäude integriert und verschafft ihm zusätzliches Volumen. Ein Fassadenband aus Eichenholztafeln fasst das Tor ein und lässt es geschickt verschwinden. Im Innern überrascht das Haus mit drei Meter hohen Räumen, die sich um das Zentrum mit Küche und Essplatz anordnen. Von hier öffnet sich das Erdgeschoss zur Galerie im Obergeschoss. Hier oben, im privaten Bereich, sind die Räume niedriger und der Boden einheitlich mit dunklem Parkett versehen. Die kompakte Gebäudeform birgt ein großes Raumvolumen im Verhältnis zur Außenwandfläche. Das sogenannte „A/V-Verhältnis“ ist energetisch ideal. Die klare Form spart Kosten in der Erstellung und im Betrieb.
Die Räume des Hauses sind nach dem Lauf der Sonne im Tagesablauf gegliedert. Dabei öffnet sich das Haus mit großen Fensterflächen nach Westen zur Nutzung der Sonneneinstrahlung. So kann die Familie auch im Winter an sonnigen Tagen die Heizung ausgeschaltet lassen. Die Nordfassade ist hingegen fast vollständig geschlossen. Wände, Bodenplatte und Dach, alles ist stark gedämmt. So wird der Energieverlust durch die Gebäudehülle minimiert. Der Estrichfußboden im Erdgeschoss, die Kalksandsteinwände und Betondecken können die Sonnenenergie gut speichern. Diese sogenannte „Bauteilaktivierung“ wirkt neben der Ausnutzung der natürlichen Energiequelle Sonne auch als Klimapuffer und verhilft zu einem konstanten Raumklima mit großer Behaglichkeit. Hinter dem Dachrand versteckt sich eine Solarthermieanlage und versorgt die Familie mit Warmwasser. Ein Kamin sorgt nicht nur für eine schöne Atmosphäre, sondern reicht an kühleren Tagen im Herbst oder Frühling zur Beheizung aus. Nur an ganz kalten Tagen bedarf es der Gasbrennwerttherme, die durch die niedrigen Vorlauftemperaturen der Fußbodenheizung äußerst effektiv funktioniert.

Fotos: Christian Burmester

 

Projektdaten

  • Bauherren: Nadine Bachmann und Karsten Müller
  • Anschrift: Schuntertal 21, 38108 Braunschweig
  • Architekten:Dipl.-Ing. Katja Ahad, Dipl.-Ing. Sascha Ahad, Braunschweig
  • Fertigstellung: Januar 2010
  • Bruttogeschossfläche: 340 m²
  • Wohnfläche:185 m²
  • Bruttorauminhalt: 920 m³
  • Energieträger: Gasbrennwerttherme, Solarthermieanlage, Kamin
  • Endenergiebedarf: 60,4 kWh/(m²a)
  • Primärenergiebedarf: 70,4 kWh/(m²a)
  • Anforderungswert gemäß EnEV 2009: 81,6 kWh/(m²a) = 26 % unter EnEV

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