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Eine enge Verbindung von Wohnen und Arbeiten zu schaffen, war der Grundgedanke der Bauherren und Vorgabe für den Entwurf ihres neuen Zuhauses. Da der Bauherr beruflich viel auf Reisen ist, sollte die Arbeit im Büro in unmittelbarer Nähe zum Wohnen erfolgen und sich doch nicht ganz vermischen. Auf einem Hinterliegergrundstück in Isernhagen hat sich die Familie nun ihren Traum erfüllt. Der Bebauungsplan sieht für das Grundstück lediglich eine eingeschossige Bauweise mit einem Satteldach vor.
Nach mehreren Vorentwürfen kristallisierte sich eine Lösung mit einem zweigeschossigen Gebäude als Wohnhaus heraus. Das Büro schließt sich als eingeschossiger Flachdachbau an. Durch diesen Trick konnte in Summe die bauordnungsrechtliche Eingeschossigkeit erfüllt werden.
Getrennt werden beide Nutzungen durch einen Flur im Erdgeschoss. Die beiden Baukörper sind L-förmig nach Südwesten angeordnet und fassen den Garten. Für das Wohnhaus wurde ein bewegter Klinker gewählt, der einen spannungsreichen Kontrast zur kühleren weißen Putzfassade des Bürobereiches bildet. Im Erdgeschoss des Wohnhauses schafft der Wohn-/Essbereich, zusammen mit der leicht zurückgesetzten Küche, ein großzügiges Raumgefühl.
Im Obergeschoss liegen die Rückzugsbereiche, wie Schlafzimmer und Bad. Das Wohnhaus öffnet sich mit den großen Fensterflächen stark nach Süden, der Bürobau nach Westen. Nach Norden sind die Öffnungen als schmale Fensterbänder ausgebildet. Diese Entwurfsprinzipien optimieren die solaren Gewinne und minimieren die Wärmeverluste. Vor Überhitzung schützt der außenliegende Sonnenschutz in Form von Jalousien auf den Süd- und Westseiten.
Die Massivbauweise mit Kalksandsteinwänden und Betondecken, sowie die starke Außendämmung bilden die Grundlagen für ein angenehmes und energetisch optimiertes Raumklima. Die Energieversorgung wird hauptsächlich durch solare Energie getragen. Über Solarthermie wird das Wasser erwärmt und in einem zentralen Wasserspeicher gesammelt. Bei Bedarf kann so die Fußbodenheizung versorgt und Warmwasser zur Verfügung gestellt werden. Ein Kamin bietet Wärme in den Übergangsmonaten. Nur an wenigen Tagen im Winter ist die Unterstützung der Gasbrennwerttherme notwendig.

Fotos: Christian Burmester

  • Fertigstellung: August 2009
  • Bruttogeschossfläche: 270 m²
  • Wohnfläche: 215 m²
  • Bruttorauminhalt: 1.040 m³
  • Energieträger: Gasbrennwerttherme, Solarthermie, Kamin mit Wasserkassette zur Warmwasserbereitung und Unterstützung der Fußbodenheizung
  • Endenergiebedarf: 47,2 kWh/(m²a)
  • Primärenergiebedarf: 48,9 kWh/(m²a)
  • Anforderungswert gemäß EnEV 2009: 68,6 kWh/(m²a) = 28,7 % unter EnEV

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