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Eine schmale Baulücke in dem beliebten Lübecker Stadtviertel St. Jürgen ist eine schwierige Ausgangslage für einen Entwurf eines Einfamilienhauses. Für die Bauherren war es der ideale Standort mitten in der Stadt. Unter geschickter Ausnutzung des Baurechts und mit nachbarlicher Zustimmung ist ein Haus entstanden, das sich geschickt in die vorhandene Lücke schiebt. Es schließt die Häuserfront und nimmt ortstypische Merkmale, wie den Klinker in der Fassade auf. Von Innen wird es durch verschiedene Blickbeziehungen und einem Gefühl von Großzügigkeit geprägt. Durchblicke vom Garten bis zur Straße sind möglich, aber auch von der Bibliothek im Dachgeschoss bis ins Erdgeschoss. Dort sind Wohn-, Esszimmer, Küche und ein kleiner Gästebereich untergebracht. Dieser ist von dem ansonsten offenen Raum abgetrennt und gliedert den Raum. Eine Treppe führt nach oben in das Schlafgeschoss auf Höhe der Baumkronen. Zwei Kinderzimmer, Elternschlafzimmer und ein Bad finden hier Platz und bieten Ausblick in die Wipfel. Seitlich der Treppe lassen Deckenöffnungen eine kleine Galerie entstehen. Ein Stockwerk höher geht es in die Bibliothek. Sie ist zu zwei Seiten von einer Dachterrasse begrenzt, die das kleine Grundstück kompensieren und in Kombination mit dem Garten vielfältige Außenräume bieten. Um die Abstandsregeln einzuhalten, waren energetisch ungünstige Rücksprünge in der Gebäudeform unumgänglich.
Auch Solarkollektoren waren nicht effizient einzusetzen, da der Baumbestand und das Nachbargebäude die Dachfläche zu sehr verschatten. Um dennoch ein energiesparendes Haus zu realisieren, wurde großer Wert auf eine sehr gute Dämmung des Hauses gelegt. Fensteröffnungen wurden überlegt gesetzt und die reale Fenstergröße verringert, in dem sich die Leibungen trichterförmig nach innen vergrößern. Selbst auf der Südseite wurden die Öffnungen limitiert, da sie durch das Nachbargebäude stark verschattet werden. Im Sommer wiederum bieten die Bäume durch die Verschattung einen natürlichen sommerlichen Wärmeschutz.
Ein Kamin liefert die notwendige Heizenergie in den Übergangsmonaten. Im Winter liefert die Gasbrennwerttherme die nötige Vorlauftemperatur für die Fußbodenheizung. Massive Bauteile, wie die Wände aus Porenbetonsteinen oder die Stahlbetondecken, speichern die Wärme und sorgen für eine behagliche Wohntemperatur in dem Familiendomizil.

Fotos: Christian Burmester

Projektdaten

  • Fertigstellung: Juli 2010
  • Bruttogeschossfläche: 199 m²
  • Wohnfläche: 160 m²
  • Bruttorauminhalt: 610 m³
  • Kosten brutto (Kostengruppe 300+400) je m² Wohnfläche: 1.580 Euro
  • Energieträger: Gasbrennwerttherme
  • Endenergiebedarf: 47,2 kWh/(m²a)
  • Primärenergiebedarf: 69,78 kWh/(m²a)
  • Anforderungswert gemäß EnEV 2009: 82,31 kWh/(m²a) = 15,2 % unter EnEV

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