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Eigentlich ist es ein einfaches Haus: Eingeschossig, klarer Grundriss, klare Grundform. Ganz schlicht und im Kern doch ungewöhnlich. Für den Neubau im idyllischen Varel galt es ein Haus zu entwerfen, das einerseits zum Ortsbild passt, andererseits aber die ungewöhnliche Breite des Grundstückes nutzt. Durch die Eingeschossigkeit und den ortstypischen Klinker fällt es im Straßenbild kaum auf. Die Gestaltung des Eingangstores lässt aber darauf schließen, dass sich hinter dem Zaun ein besonderer Bau verbirgt. So zeigt sich der Bungalow von der Straße her eher geschlossen, während er sich rückseitig großzügig zum Garten, zu den Weiden und zu den Weiten Frieslands hin öffnet.
Ein offener Grundriss war eine Vorgabe der Bauherren. Ein Flur, der auch Wohnraum und Ankleide ist, zieht sich quer durch das Haus und endet zu beiden Seiten mit raumhohen Fenstern. Er teilt das Haus in Wohn- und Nebenräume. Zum Garten sind Küche, Wohn-, Ess- und das Schlafzimmer angeordnet, die z.T. nur durch eine Wandscheibe voneinander getrennt sind. Die Gartenfront ist ganzflächig verglast. Raumhohe Schiebetüren verstecken Schränke und bilden den Zugang zum Büro.
In nur sechs Monaten Planungszeit und sechs weiteren Monaten Bauzeit wurde das Haus fertig gestellt. Um das Traumhaus für lange Zeit bewohnen zu können, haben die Bauherren vorgesorgt. Der eingeschossige Bau ist bereits so geplant, dass er auch problemlos im Alter oder mit einem Rollstuhl bewohnt werden kann. Obwohl ein eingeschossiges Haus mit Flachdach für die energetische Bilanz eher ungünstig ist, da es viel Hüllfläche in Relation zur Wohnfläche gibt, kann sich die Energiebilanz sehen lassen. Eine sehr gute Dämmung rund ums Haus lässt keine Wärme entweichen. Die großen Fensterflächen sorgen für passive Wärmegewinne. Solarkollektoren erhitzen Wasser, das in einem großen Wasserspeicher für die Warmwasserbereitung und die Fußbodenheizung gesammelt wird. Ein Kamin sorgt an kühlen Tagen für wohlige Wärme, sodass die Gasheizung fast ausgeschaltet bleiben kann. Das große auskragende Dach zum Garten, das sich wie eine Spange um die Terrasse legt, spendet im Sommer Schatten und hält die Hitze draußen. So kann auf außenliegende Sonnenschutzlamellen verzichtet und die Aussicht ungehindert genossen werden.

Fotos: Christian Burmester

 
  • Fertigstellung: Dezember 2008
  • Bruttogeschossfläche: 198 m²
  • Wohnfläche: 120 m²
  • Bruttorauminhalt: 704 m³
  • Kosten brutto (Kostengruppe 300+400) je m² Wohnfläche: 1.750 Euro
  • Energieträger: Solarthermie mit Heizungsunterstützung, Gasbrennwerttherme
  • Endenergiebedarf: 79 kWh/(m²a)
  • Primärenergiebedarf: 71,32 kWh/(m²a)
  • Anforderungswert gemäß EnEV 2009: 84,46 kWh/(m²a) = 15,6 % unter der EnEV

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