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Energiesparhaus

Umnutzungen sind im Trend: Bauhöfe werden zu Hotels, Kirchen zu Kindergärten und alte Stallanlagen zu Wohnungen. Gerade im Hinblickauf den Wunsch vieler Bauherren, mehrere Generationen unter einem Dach zu vereinen, wird die Umnutzung eines alten Gebäudes für ein Mehrfamilienwohnen immer interessanter. Den alten Hof im Herzen von Großburgwedel bei Hannover hatte sich die Familie bereits in den 80er-Jahren gekauft und seitdem schrittweise umgebaut. Es ist ein Fachwerkhaus aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts und typisch für Niedersachsen mit einem großen Einfahrtstor, Diele und daran angeschlossen alte Stallungen für Vieh und Futter, auf dem Dachboden Platz für Heu. Nun geht die Elterngeneration in Rente und die Jungen rücken nach. Umbaupläne begannen zu wachsen und das alte denkmalgeschützte Stallgebäude im westlichen Teil des Hofes wurde für das zukünftige Wohnen der älteren Generation umgebaut und gleichzeitig energetisch aufgerüstet.

Für die Bauherren war Großzügigkeit einer der wichtigsten Aspekte beim Umbau. Über eine neu eingebaute, filigrane Stahltreppe mit kurzen Läufen, Zwischenpodesten und hölzernen Stufen lässt sich die über 100 m² umfassende Wohnung erreichen. Küche, Wohn- und Esszimmer sind zusammengefasst und werden über großformatige Dachfenster und kleine Wandöffnungen zum Hof hin mit Licht durchflutet. Wie ein großes Zelt öffnet sich die Raumdecke mit seinem offenen Gebälk. Schlafraum mit Badezimmer und ein Gästezimmer mit Dusche und WC zählen ebenso zur Wohnung und sind separat von der Treppe aus zu erreichen. Wegen der hohen Wände wurde die Kücheneinrichtung speziell für diese Wohnung angefertigt.

Heute entspricht der umgebaute Stall einem KfW-Effizienzhaus 55. Der Bedarf an Erdgas beläuft sich auf 327 m³ im Jahr. Für dieses Energiesparwunder sorgen 25 bis 35 cm dicke Cellulose-Schichten in den Seitenwänden und unter dem Dach, ein Roteichedielenfußboden und dreifach verglaste Fenster. Die Wärme erzeugt eine von Solarpaneelen unterstützte Gasbrennwert-Fußbodenheizung. Eine Lüftungsanlage saugt die verbrauchte Luft aus den Sanitär- und Küchenräumen ab und bläst wohltemperierte Frischluft in die Wohn- und Schlafbereiche ein. Über einen Wärmetauscher wird hierbei 95 Prozent der in der Abluft enthaltenen Wärme zurückgewonnen.

Pläne und Skizzen können Sie hier (PDF) einsehen.

Fotos: Martin Henze
 

Projektdaten

  • Bauherren: Gisela und Ralf Schirmer
  • Ort: Heinrich-Wöhler-Straße 1, Großburgwedel
  • Architekten: .rott .schirmer .partner Architektur Design Stadtplanung
  • Fertigstellung: Juli 2010
  • Bruttogeschossfläche: 151,5 m²
  • Wohnfläche: 106,9 m²
  • Bruttorauminhalt: 610 m³
  • Konstruktion: Massivbau mit Innendämmung
  • Energieträger: Gas
  • Primärenergiebedarf: 36,1 kWh/m²a
  • Endenergiebedarf: 21,72 kWh/m²a
  • KfW-Standard: Effizienzhaus 55 (EnEV 2007)

      »Durch das Zusammenfassen von Küche, Wohn- und Esszimmer kann die ganze Großfamilie mit 20 Personen zusammen am Tisch sitzen und Omas Weihnachtsbraten essen.«


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