Sie befinden sich in der Pfadnavigation
Zum Inhalt springen

Entwurf für die Ortsmitte von Clapham, London (Grafik: Urban Movement, UK)

Straßenszene in Istanbul (Foto: Pxhere, CC0)

Aktuell

"Technik-Salon" mit Monika Sester, Klaus Goedejohann und Wolfgang Haller

SHARED SPACE - Lenkung und Selbstorganisation im geteilten Verkehrsraum mit MONIKA SESTER (Geoinformatikerin, Leibniz Universität), KLAUS GOEDEJOHANN (Bürgermeister, Bohmte) und WOLFGANG HALLER (Verkehrsplaner, Hannover)

Wer sagt eigentlich, dass Straßen in erster Linie der Fortbewegung dienen? Und nicht ebenso dem Aufenthalt, dem Bummeln, Schauen, Verweilen? Diese Idee ist unseren modernen Städten abhanden gekommen. Dort sind die Straßen für den Verkehr optimiert, für den maximalen Durchsatz bei möglichst hoher Sicherheit. Erreicht wird das durch die Trennung der Mobilitätsformen (Fußgänger, Radfahrer, KFZ) und die strikte Regulierung, wer wann wo unbehelligt Vorrang hat.

Die Vorstellung lebendiger Straßen verbindet sich indessen mit Eindrücken aus dem Süden: aus dem Mittelmeerraum, aus Asien, Afrika, Südamerika. In diesen Straßen herrscht ein scheinbar regelloses Gewimmel und Gewusel, es ist geschäftig, vielfältig, ereignisreich, gleichermaßen strapaziös und entspannt. Man arrangiert sich.

So sahen unsere Städte auch mal aus. Noch zu Beginn des automobilen Zeitalters mussten sich Fußgänger, Radfahrer, Pferdefuhrwerke und die ersten Autos den öffentlichen Raum teilen. Heute setzen Stadt- und Verkehrsplaner mit Konzepten wie »Shared Space« genau dort wieder an. Sie verzichten auf Bordsteine, Ampeln und Verkehrszeichen und wollen so ein rücksichtsvolles Verhalten im gemeinsamen Verkehrsraum erzeugen.

Modellversuche zeigen, dass dies nicht gleich zur Anarchie im Straßenverkehr führt. Im Gegenteil: Sobald der Mensch als vermeintlich schwächster Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt gestellt wird, erhöht sich die Aufmerksamkeit aller. Ein Verkehrsraum – in diesem Sinne umgestaltet – wird zum Lebensraum.

MONIKA SEESTER forscht und lehrt auf dem Gebiet der Geoinformatik an der Leibniz Universität und betreut im Promotionskolleg »Social Cars» Forschungsarbeiten zu kooperativem Verhalten im Straßenverkehr.

KLAUS GOEDEJOHANN ist Bürgermeister im niedersächsischen Bohmte, der bislang einzigen deutschen Kommune, die im Rahmen des EU-Programms «Shared Space» ihre Ortschaft umgestaltet hat. Zehn Jahre ist das her – Zeit genug, um von Erfahrungen berichten zu können.

WOLFGANG HALLER (SHP Ingenieure, Hannover) ist als Verkehrsplaner deutschlandweit tätig und hat an diversen Projekten zur Verkehrsberuhigung und sozialen Revitalisierung von Stadtteilen mitgewirkt.

Kooperation
Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie der Leibniz Universität Hannover

Termin
Donnerstag, 17. Januar 2019, 19:00 Uhr

Ort
Klaus Fröhlich Hörsaal (B 302), Hauptgebäude der Leibniz Universität, Welfengarten 1, 30167 Hannover

Abendkasse
4 EUR oder 0 EUR unter 25