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Lückenschluss

| Fachmeldungen

Die neue Juniormitgliedschaft bei der Architektenkammer Niedersachsen

Das Architekturstudium ist geschafft, aber die Architektenkammer ist noch fern. So oder so ähnlich nehmen die Absolventinnen und Absolventen nach Abschluss ihres Studiums die Kammer vielfach wahr. Diese Kammerferne rührt daher, dass die Absolventen nach dem Studienabschluss zunächst eine zweijährige berufspraktische Tätigkeit ableisten müssen, bevor sie bei der Kammer eingetragen werden können. Dabei könnte die Architektenkammer gerade für den Start ins Berufsleben ein wertvoller Partner sein, der mit Beratungs- und Fortbildungsangeboten wichtige Hilfestellungen für die Praxis bereithält.

Um die Lücke zwischen Studienende und Kammereintritt zu schließen und den Absolventinnen und Absolventen frühzeitig eine Möglichkeit zur Ankoppelung an die Kammer zu liefern, wurde mit der jüngsten Novelle des Niedersächsischen Architektengesetzes (NArchtG) eine Juniormitgliedschaft bei der Architektenkammer eingeführt.

Wer kann Juniormitglied werden?

Die Eintragung in die Liste der Juniormitglieder ist unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • Es besteht ein Wohnsitz oder eine berufliche Niederlassung in Niedersachsen oder der Beruf wird hier ganz oder teilweise ausgeübt,
  • es wurde ein mindestens dreijähriges Studium in der betreffenden Fachrichtung Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur oder Stadtplanung erfolgreich abgeschlossen und
  • die zweijährige berufspraktische Tätigkeit in dieser Fachrichtung wurde begonnen.

Eine Eintragung in die Liste der Juniormitglieder ist ab sofort möglich. Zum Eintragungsantrag gelangt man am einfachsten über die Homepage der Kammer unter www.aknds.de.

Warum Juniormitglied werden?

Juniormitglieder können sämtliche Serviceleistungen der Kammer in Anspruch nehmen. Ihnen stehen insbesondere die Beratungsdienste zur Verfügung. Hierzu zählen beispielsweise die Rechtsberatung, die Existenzgründungsberatung, der Beratungsdienst Barrierefreies Bauen oder der Honorarberatungsdienst. Des Weiteren erhalten die Juniormitglieder das Deutsche Architektenblatt und können sich so stets über aktuelle Belange und Entwicklungen im und um den Berufsstand herum informieren. Sie können das Fortbildungsangebot der Kammer zum Mitgliedertarif nutzen oder beispielsweise bei Streitigkeiten den Schlichtungsausschuss in Anspruch nehmen. Außerdem profitieren die Juniormitglieder von den Vorteilen der berufsständischen Rentenversorgung, deren Mitglied sie über die Kammer automatisch werden.

Darüber hinaus – und das ist auch besonderer Wunsch der Kammer – können sich die Juniormitglieder in der Architektenkammer engagieren. Sie erhalten das aktive und passive Wahlrecht, können also an den Wahlen zur Vertreterversammlung der Kammer teilnehmen oder sich als Kandidat aufstellen. Über eine Mitwirkung in der Vertreterversammlung kann sogar der Weg bis in den Vorstand der Architektenkammer oder in einen der Ausschüsse führen, in denen aktiv für die Belange des Berufsstandes gearbeitet wird. Auch die Beteiligung am Tag der Architektur und anderen Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit der Kammer stehen den Juniormitgliedern offen.

In Abgrenzung zu den Vollmitgliedern verfügen die Juniormitglieder noch nicht über das Recht zur Führung der Berufsbezeichnung Architekt, Landschaftsarchitekt, Innenarchitekt oder Stadtplaner oder einer ähnlichen Bezeichnung (z.B. Architekturbüro). Auch eine Bauvorlageberechtigung ist hiermit noch nicht verbunden, jedoch unterliegen die Juniormitglieder auch noch keinen Berufspflichten. Für die Juniormitgliedschaft fällt lediglich der günstige Mindestbeitrag von aktuell 68,40 € pro Jahr an.

Neuer Weg in die Rentenversorgung

An seine Rente kann man nicht früh genug denken. Der Zugang erfolgt unmittelbar über die Juniormitgliedschaft. Mit der Eintragung in die Liste der Juniormitglieder werden diese direkt von der Kammer an das Versorgungswerk gemeldet und dort Mitglied. Für berufsspezifische Tätigkeiten können sich die Juniormitglieder von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen.

Vom Juniormitglied zum Architekten

Hat das Juniormitglied die berufspraktische Tätigkeit von zwei Jahren absolviert und die erforderliche Fortbildung belegt, kann die Eintragung in die Architektenliste beantragt werden. Mit dem Wechsel in die Architektenliste erhält das ehemalige Juniormitglied dann auch die Berechtigung zur Führung der Berufsbezeichnung sowie – in Abhängigkeit von der Fachrichtung – ggf. auch eine Bauvorlageberechtigung.

Der Listenwechsel sollte in der Regel spätestens nach 4 ½ Jahren vorgenommen werden. Anderenfalls droht die Streichung aus der Liste der Juniormitglieder. Der Zeitraum kann jedoch unter Umständen verlängert werden – insbesondere, wenn die Juniormitgliedschaft bereits nach einem dreijährigen Bachelorstudium begründet wurde und vor der Eintragung noch das Masterstudium absolviert wird. Aber auch eine Elternzeit kann die Frist verlängern.

Die Kammer freut sich …

… auf die neuen Juniormitglieder und hofft, damit Mitglieder zu gewinnen, die mit ihren frischen Ideen und ihrem Engagement aktiv zur Gestaltung der Zukunft des Berufsstandes beitragen.

In diesem Sinne möchten wir alle schon eingetragenen Kammermitglieder darum bitten, in ihren Büros auf die Absolventinnen und Absolventen zuzugehen und diese über das neue Angebot der Juniormitgliedschaft zu informieren. Fragen zu der neuen Juniormitgliedschaft beantwortet die Kammer jederzeit gerne.

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