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Ausblick – Rückblick

| Fachmeldungen

Ausstellung in der hannoverschen Bauverwaltung zeigt den Wohnungsbau der 2020er-Jahre in Hannover

Foto: Menz

Wohnen ist gegenwärtig das zentrale Stadtentwicklungsthema. Mehr Wohnungsbau wird allerorten gefordert. Und in Hannover? In der Landeshauptstadt ist in letzter Zeit tatsächlich einiges gebaut worden – und in Zukunft wird noch mehr gebaut. Die noch bis zum 28. Oktober in der hannoverschen Bauverwaltung zu sehende Ausstellung „Ausblick – Rückblick: Wohnungsbau der 2020er-Jahre“ zeigt im Foyer 13 fertiggestellte Wohnbauten und im ersten Stock über 20 in der Planung oder bereits im Bau befindliche Projekte. Die Menge beeindruckt, hatte man die Vielzahl der Projekte so kompakt doch nicht alle parat. Dabei sind bei den bereits fertiggestellten Bauten zahlreiche, die in den vergangenen Jahren beim „Tag der Architektur“ zu sehen gewesen waren. „Pelikan vier“, „Wohnen an der Neuapostolischen Kirche“ oder die „Südstadtschule“ sind hierfür nur drei Beispiele. Direkt am Mittellandkanal sind vier Punkthäuser entstanden, genossenschaftliche Mietwohnungen inklusive einer Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes. Bauherr war die WGH-Herrenhausen Hannover, für die Architektur verantwortlich das Hamburger Büro blauraum. Aber auch zahlreiche niedersächsische und natürlich hannoversche Büros sind in der Ausstellung vertreten. Für das Projekt „Wohnen auf dem Parkdeck“ erhielten die CITYFÖRSTER architecture + urbanism aus Hannover 2017 den BDA „max-45“-Preis für die Aufstockung des Parkhauses in der Windmühlenstraße mit einer „Wohnkrone“ aus Penthäusern. Und auch in Kirchrode findet man ein Projekt, das durch eine Doppelnutzung den Grundflächenbedarf deutlich reduziert. Bünemann + Collegen realisierten dort Wohnungen auf einem Supermarktdach.

Und die Perspektiven? Hannover muss in Zukunft weiter mit einer wachsenden Bevölkerung planen, die Nachfrage nach Wohnungen wird weiter steigen, ebenso wie der Druck auf den Bestand. Wichtig dabei, bezahlbar muss der Wohnraum sein. Die Ausstellung zeigt, wie Hannover in Zukunft reagieren will.

Größtes Neubaugebiet nicht nur in Hannover, sondern in ganz Niedersachsen ist das Gebiet Kronsrode. 53 Hektar werden dort mit mehr als 3.500 Wohnungen für etwa 8.000 Bewohner errichtet, eine Grundschule und sechs Kitas inklusive. Etwas zentraler noch, das Projekt Wasserstadt Limmer. Die alte Conti-Brache wird ebenfalls zum Wohngebiet. Wohnen kann man zukünftig auch in den Ohe-Höfen, ein Quartier für Baugemeinschaften, in einem neuen Teil des Heideviertels oder im zweiten Bauabschnitt am Klagesmarkt. Das Projekt „Herzkamp“ in Bothfeld will sich dem Klimawandel anpassen und dies auch mit einer vielfältigen Nutzungsmischung erreichen. Das von der Stadt Hannover und Gundlach Bau und Immobilien GmbH initiierte Projekt wird vom Bund gefördert. Selbst der seit der Expo 2000 brach liegende niederländische Pavillon soll nun endlich, nach zahlreichen gescheiterten Versuchen, revitalisiert werden. Co-Working im Pavillon und Wohnungen für Studierende als Neubau, der den Pavillon als so genannten „Loop“ einfassen soll, sind geplant. Das Modell ist in der Ausstellung ebenso zu sehen, wie die verheißungsvollen Visualisierungen. Weitere große Modelle anderer Projekte ergänzen die Übersicht über das Baugeschehen in Hannover und machen die Planungen in ihren Dimensionen nicht nur für das Fachpublikum greif- und erlebbar.

Dass das Wohnen tatsächlich gegenwärtig das zentrale Thema der Stadtentwicklung ist, macht die Ausstellung mehr als deutlich. Dass der Berufsstand für die Herausforderungen Lösungen bereithält, ebenfalls.

Lars Menz

 

Zur Ausstellung ist eine begleitende Broschüre erschienen, die hier heruntergeladen werden kann:

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Bauverwaltung noch bis zum 28. Oktober 2020 zu sehen.