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Foto: Ute Zscharnt for David Chipperfield Architects

Aktuell

Verlängert bis 8. November: Ausstellung "Architektur ist Medizin" im Laveshaus

Bis heute ist das im Harz gelegene Sanatorium Barner ein Ort, an dem Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen behandelt werden. Die Ausstellung "Architektur ist Medizin" im Laveshaus präsentiert dieses einzigartige etwas über 100 Jahre alte Gebäude, in dem sich innen wie außen Architektur und medizinisches Konzept zu einem Gesamtkunstwerk verbinden. Dieses Haus ist wie eine Zeitkapsel, denn alles an verbauten Materialien ist noch vorhanden und mit großer Qualität restauriert: Tapeten, Möbel, Bodenbeläge, Fassaden, Fenster…

2018 wurden dem Bauherrn und dem Team um David Chipperfield Architects im Juni 2018 der "Europa Nostra Award" für die behutsame Instandsetzung des Sanatoriums überreicht. Die Jury urteilte, dass das Sanatorium „ein kennzeichnendes Element des Europäischen Erbes und ein bedeutendes Beispiel der Architektur und Innenausstattung des frühen 20. Jahrhunderts“ sei.

Architektur ist Medizin unterstützt den Bekanntheitsgrad und die Bedeutung dieses Gebäudes  für die Baukultur in Niedersachsen. Neben der Ausstellung, die ein Schlaglicht auf die ganz konkrete Arbeit der Architekten, Restauratoren und Handwerker am Baudenkmal wirft, gibt es für SchülerInnen ein Beiprogramm, das mit Vorträgen und praktischen Übungen, Einblicke eröffnet in handwerkliche, restauratorische und medizinische Arbeitsfelder und Berufsmöglichkeiten.

Die Bandbreite an handwerklichen und planenden Berufen, die sich an der großen und überaus feinsinnigen Restauration des historischen Baudenkmals Sanatorium Dr. Barner beteiligt haben, bieten SchülerInnen, eine Möglichkeit, sich einen Begriff von den am Bau Beteiligten zu machen und zu erfahren, welche Berufswelten grundlegend sind für den qualitätvollen Bau und Umbau einer Architektur. Darüber hinaus sind im Sanatorium Dr. Barner seit über 100 Jahren auch medizinische und pflegerische Berufe im Einsatz. Sie haben einen entsprechenden Wandel erfahren. Dieser ist immer wieder mit den kulturellen und gesellschaftlichen Bedürfnissen verbunden. Auch diese Aspekte sind eingebunden in das Beiprogramm, um das interdisziplinäre Phänomen von Architektur und Medizin, europäischer Architektur- und Medizingeschichte erfahrbar zu machen.

Kulturerbe braucht Restauratoren. Das Sanatorium Dr. Barner und die am Bau Beteiligten.

Eine Vortragsreihe im Laveshaus, Friedrichswall 5 und in der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover, Herrenhäuser Str. 8, Hörsaal C050

22. Oktober um 13 Uhr: Vortrag Architektin Anke Fritzsch, David Chipperfield Architects und gemeinsames Gespräch mit Dr. Christina Krafczyk, Präsidentin des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege (Fakultät für Architektur und Landschaft der LUH). David Chipperfield Architects wurden 2008 mit der Umsetzung des Masterplans zur Instandsetzung und Restaurierung beauftragt. Architektin Anke Fritzsch hatte die Projektleitung für die Instandsetzung. 

24. Oktober um 15 Uhr: Historische Fenster und ihre Funktionswertverbesserungen. Guido Kramp, Kramp & Kramp GmbH (Laveshaus). Fenster werden heute oft achtlos ausgetauscht und ihr Wert für das Gesicht eines Hauses verkannt. Es geht auch anders.

29. Oktober um 14 Uhr: Das „Plattenmachen“ , Vortrag mit Ing. Peter Bucher, Dachplatten Manufaktur (Fakultät für Architektur und Landschaft der LUH). Dach- und Fassadenplatten sind als Betonprodukte seit 1850 im Einsatz, nicht in der industriellen Produktion, sondern auch im Handwerk.

1. November um 15 Uhr: Linkrusta und andere Papiertapeten. Lutz J. Walter, Restaurator Atelier für historische Papiertapeten Tapetenmanufaktur Werningerode (Laveshaus) Tapeten aus Linoleum Linoleumtapeten, sogenannten Linkrusta  sind einmalig in Deutschland und in Braunlage bis auf den heutigen Tag weitgehend erhalten.

5. November um 15 Uhr: Sitzbank von Peter Behrens.  Dirk Busch, Polsterer und Restaurator (Laveshaus) Peter Behrens gilt als der wichtigste Industriedesigner des frühen 20. Jahrhunderts und inspirierte mit seinen Möbeln und Bauten die Architekten der Moderne.

7. November um 15 Uhr: Konservierung und Restaurierung der Steinfußböden im Sanatorium Dr. Barner. Dipl.-Rest. (FH) Larissa Piepo und Dr. Dipl.-Rest. Stefanie Lindemeier (Laveshaus). Welches Verfahren bei einer Instandsetzung und Sanierung zur Anwendung kommt, ist stark von der Materialität und dem Zustand eines Steinbodens abhängig.

Wir danken der Klosterkammer Hannover für die Unterstützung des Beiprogramm.

Die Ausstellung ist geöffnet vom
18.09. bis zum 31.10.2019
montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr
freitags von 10 bis 12 Uhr