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Foto: Iris Klöpper

Aktuell

Althusmann sagt Architekten konkrete Unterstützung bei Digitalisierung des Planens und Bauens zu

Am 25. Oktober 2018 fand in der hannoverschen Bauverwaltung und im gegenüberliegenden Laveshaus die diesjährige Veranstaltung „Architekten und Politik“ statt, bei der erstmals der neue Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, Robert Marlow, die Anliegen des Berufsstandes der Architekten an die Politik richtete. Politischer Hauptredner war der Niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann. An der Veranstaltung nahmen rund 170 Gäste aus Politik, Architektenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Kultur und Medien teil.

Niedersachsen will mit dem „Masterplan Digitalisierung“ 1 Mrd. Euro in die Digitalisierung des Landes investieren. Minister Althusmann versprach in diesem Rahmen auch, die Architekten bei der Einführung des „Building Information Modeling“ – kurz BIM – mit finanzieller Förderung zur Anschaffung und Nutzung geeigneter Hard- und Software zu unterstützen. BIM ist eine Methode zur digitalen Zusammenarbeit, die immer mehr zur Grundlage für große Planungs- und Bauprozesse wird. Auch das Land plant, BIM bei eigenen Bauvorhaben zukünftig verstärkt einzusetzen, um, so der Minister, die Kosteneffizienz zu erhöhen und die Projektdauer zu verkürzen. Daher sei eine Qualifizierung der Prozessbeteiligten unbedingt erforderlich, betonte Kammerpräsident Marlow.

Minister Althusmann ging auch mit der Zusage, den Berufsstand in Sachen neuer EU-Datenschutzregelungen zu unterstützen, auf eine weitere Forderung von Kammerpräsident Marlow ein. Althusmann will durch Gesetzesanpassungen eine Abmahnwelle verhindern und speziell kleine und mittlere Unternehmen, zu denen klassischerweise auch Architekturbüros gehören, von Bürokratie entlasten sowie deren Bestand sichern.

In der Zielsetzung, schnell mehr kostengünstigen Wohnraum zu schaffen, waren sich beide Redner einig. Kammerpräsident Marlow wies auf das starke Engagement der Architektenschaft im landesweiten Bündnis für bezahlbares Wohnen hin und forderte für Baugenehmigungsverfahren erneut verbindliche Fristen, insbesondere bei der Feststellung der Vollständigkeit der Unterlagen. Beim gegenwärtigen Druck, schnell viel zu bauen, dürfe jedoch die Qualität nicht vergessen werden. Nur qualitativ hochwertige Gebäude und Quartiere seien nachhaltig und würden von den Bewohnern geschätzt. Die Fehler der Nachkriegszeit dürften nicht wiederholt werden. Auch für Experimente und neue Wege sollte in der heutigen Situation nach Marlows Ansicht Raum sein. Althusmann sah Handlungsbedarf auch beim Fachkräftemangel und beim Bürokratieabbau, um das Bauen voranzubringen.

Minister Althusmann sicherte Präsident Marlow darüber hinaus Unterstützung bei weiteren Themen zur geplanten Novellierung des Niedersächsischen Architektengesetzes zu. Zukünftig sollen Architekten in sogenannten Fachregistern ihre spezielle Fachkenntnis nachweisen können, beispielsweise im Bereich des Brandschutzes. Auch die Fortbildung des Berufsstandes soll konkretisiert werden. Beides, so Kammerpräsident Marlow, diene dem Verbraucherschutz. Althusmann nannte die geplante Einführung einer „Juniormitgliedschaft“ bei der Kammer nachvollziehbar und will die Forderung nach Anhebung der Mindeststudienzeiten für Innen- und Landschaftsarchitekten auf vier Jahre weiter diskutieren.