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Eintragung bei der Architektenkammer

Schutz der Berufsbezeichnung
Die Berufsbezeichnungen „Architekt/in“, „Innenarchitekt/in“, „Landschaftsarchitekt/in“ und „Stadtplaner/in“ sind in der Bundesrepublik Deutschland durch die Architektengesetze der einzelnen Bundesländer geschützt. In Niedersachsen ist das Niedersächsische Architektengesetz (NArchtG) in seiner Fassung vom 25. September 2017 maßgebend.

Nach diesem Gesetz darf die jeweilige Berufsbezeichnung nur von Personen geführt werden, die in die Architektenliste des Landes Niedersachsen oder das entsprechende Verzeichnis in einem anderen Bundesland unter der betreffenden Fachrichtung eingetragen sind. Auf diesem Wege wird zum Schutz der Verbraucher gewährleistet, dass nur hinreichend qualifizierte Planer den Beruf ausüben und dass sie bestimmte Berufsregeln einhalten. Dies ist zugleich ein Privileg für den Berufsstand, wie er nur wenigen anderen Berufsgruppen zugestanden wird. Ein solcher Schutz der Berufsbezeichnung macht es allerdings notwendig, dass die Architektenkammer von den Einzutragenden den Nachweis ihrer hohen Qualifikation verlangt.

Damit Sie von der Kammermitgliedschaft profitieren können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein (english / arabic):

Hochschulstudium

Architektur
Die Ausbildung wird durch ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der Fachrichtung Architektur mit einem Studienumfang von mindestens acht Semestern nachgewiesen. In Deutschland sind das neben den früheren Diplomabschlüssen in der Regel alle, achtsemestrigen Bachelorabschlüsse und die konsekutiven Bachelor-Masterstudiengänge. Grundsätzlich nicht eintragungsfähig sind sechssemestrige Bachelorabschlüsse ohne aufbauenden Master. Bei Kombinationen unterschiedlicher Studiengänge (z.B. Bachelor Architektur in Kombination mit einem Weiterbildungsmaster in Teilbereichen, dem Master einer anderen Fachrichtung o.ä.) kann nur im Einzelfall entschieden werden, ob es sich in der Summe um ein achtsemestriges Architekturstudium handelt. Hierfür findet sich im Niedersächsischen Architektengesetz ein Anhang, in dem die inhaltlichen Mindeststandards eines Architekturstudiums aufgeführt und in ECTS-Punkten bewertet sind.

Innenarchitektur / Landschaftsarchitektur / Stadtplanung
In diesen Fachrichtungen ist nach wie vor nur ein sechssemestriges Studium erforderlich. Doch Vorsicht: Die Regelungen in den Bundesländern weichen in diesem Punkt voneinander ab, in den meisten Ländern ist wie in der Architektur ein mindestens achtsemestriges Studium erforderlich. Ziel aller Architektenkammern und Verbände ist es, deutschlandweit mindestens vierjährige Studienzeiten dauerhaft zu verankern. Denn international wird der dreijährige Bachelor meist nicht als berufsqualifizierender Abschluss anerkannt.

Die Eintragung als Stadtplaner kann neben dem Studium der Stadtplanung auch durch ein Studium der Raumplanung oder Architektur erfolgen, sofern dies mit dem Schwerpunkt Städtebau oder Stadtplanung absolviert wurde. Im Einzelfall kann auch eine andere gleichwertige Ausbildung genügen, die zur Erfüllung der Berufsaufgaben in der Fachrichtung befähigt. Inhaltlich gibt auch hier der Anhang des Architektengesetzes die Standards vor.

Ausland

In der Regel werden im europäischen Ausland erworbene Abschlüsse in Niedersachsen anerkannt. Für Abschlüsse in der Fachrichtung Architektur gibt es hierzu einen Anhang zur europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie, in dem alle gegenseitig anerkannten Qualifikationen aufgeführt sind. In allen anderen Fällen ist eine Einzelfallprüfung erforderlich. Dies geschieht wiederum auf Grundlage des Anhangs zum Niedersächsischen Architektengesetz. Was viele nicht vermuten: Im Bereich der Architektur gibt es keine isolierte Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse, diese findet nur im Zusammenhang mit einer Eintragung in die Architektenliste statt, wofür neben dem Studienabschluss alle weiteren Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Wird eine Eintragung noch nicht angestrebt, so kann und darf man dennoch im Bereich der Architektur berufstätig werden. Den durch die Hochschule verliehenen akademischen Titel darf man hierfür ohne Weiteres verwenden, allerdings nur in der Originalsprache – ggf. umgeschrieben in lateinische Buchstaben – und unter Angabe der verleihenden Institution. In unklaren Fällen empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Eintragungsausschuss der Architektenkammer.

Mindestens zweijährige Berufspraxis

Dauer
Die Dauer der berufspraktischen Tätigkeit beträgt mindestens zwei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger. Sie können diese Praxis als Angestellter, Selbstständiger oder freier Mitarbeiter in Architekturbüros, Planungsbüros der Bau- und Wohnungswirtschaft oder öffentlichen Planungsämtern erwerben – auch Praxiszeiten im Ausland sind möglich, sofern Sie inhaltlich vergleichbar sind. In der Fachrichtung Architektur muss die Praxis unbedingt unter Aufsicht eines Berufsangehörigen – also eines eingetragenen Architekten – erfolgen und von diesem bestätigt werden. Ist dies nicht der Fall – z. B. bei einer Architektentätigkeit in einem Ingenieurbüro – so gibt es die Möglichkeit, die praktische Tätigkeit unter Aufsicht der Architektenkammer zu stellen. Hierfür ist gleich zu Beginn der Tätigkeit ein Antrag bei der Architektenkammer zu stellen.

Sofern der für die Eintragung in der Fachrichtung Architektur nachzuweisende Studienabschluss ein Master ist, kann eine erste, maximal einjährige Berufspraxis bereits nach dem vorausgehenden Bachelorstudium erworben werden. Dies kann auch eine studienbegleitende Tätigkeit neben dem Master sein.

Inhalte
Wichtig für die spätere Eintragung ist, dass Sie in den jeweiligen Berufsaufgaben tätig sind, und dass Sie dies durch Entwürfe zu mindestens drei Bauvorhaben nachweisen können. Dem Eintragungsausschuss müssen Sie jeweils mindestens zwei Pläne (Entwurfspläne – z. B. Maßstab 1:100, 1:200) sowie zu einem Objekt mindestens zwei Ausführungs- und Detailzeichnungen (Maßstab 1:50 bzw. 1:20) vorlegen. Die berufspraktische Tätigkeit sollte möglichst alle Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, wie beispielsweise Entwurfsplanung, Ausführungsplanung, Vergabe und Bauüberwachung, umfassen. Wird die Berufspraxis unter Aufsicht der Architektenkammer ausgeübt, müssen die Nachweise halbjährlich vorgelegt werden.

Auch Praxiszeiten im Ausland können anerkannt werden (siehe Info-Material: Nach dem Studium ins Ausland – und zurück? – Anerkennung von Praxiszeiten im Ausland für die Eintragung in die niedersächsische Architektenliste.)

Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen

Begleitend zur berufspraktischen Tätigkeit müssen Sie mindestens acht eintägige Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen besucht haben. Diese müssen in folgenden Themengebieten absolviert werden:

- öffentlich-rechtliche Grundlagen und Verfahren des Planens und Bauens,
- zivilrechtliche Grundlagen des Planens und Bauens,
- Planungs- und Baupraxis und
- Wirtschaftlichkeit des Planens und Bauens.

Für die Eintragung in der Fachrichtung „Architektur“ ist der Besuch von jeweils 2 Veranstaltungen je Themengebiet zu belegen. Für die Eintragung in den übrigen Fachrichtungen ist der Besuch von einer Veranstaltung je Themengebiet und 4 weiteren Veranstaltungen beliebig aus den Themengebieten nachzuweisen.

Die Fortbildung hat das Ziel, Ihnen den Berufseinstieg zu erleichtern. Ausführliche Informationen zu den konkreten Anforderungen erhalten Sie auf unserer Seite Absolventenfortbildung unter www.fortbilder.de

Wird in der Fachrichtung Architektur ein erster Teil der berufspraktischen Tätigkeit zwischen Bachelor und Master absolviert, so können bis zu vier der acht Veranstaltungen in dieser Zeit besucht werden.  

Vorlage eigener Arbeiten

Architektur / Innenarchitektur / Landschaftsarchitektur
mindestens 2 Pläne zu jeweils 3 Objekten (Entwurfspläne – z. B. Maßstab 1 : 100) sowie zu einem Objekt mindestens 1 Ausführungsplanung (Maßstab 1 : 50 bzw. 1 : 20) und 1 Detailzeichnung bzw. in der Fachrichtung Landschaftsarchitektur landschaftspflegerische Begleitpläne, Landschafts- und Grünordnungspläne, Landschaftsrahmenpläne

Stadtplanung
z. B. Flächennutzungspläne, Bebauungspläne, Entwicklungs-, Struktur-, Rahmen- oder Gestaltpläne, ggf. zur Ergänzung auch landschaftspflegerische Begleitpläne, Landschafts- und Grünordnungspläne, Landschaftsrahmenpläne.

Berufshaftpflichtversicherung

Wenn Sie in die Beschäftigungsart „freischaffend“ eingetragen werden wollen, müssen Sie als Eintragungsvoraussetzung eine ausreichende Berufshaftpflichtversicherung als Jahresversicherung für die Tätigkeit in Ihrer Fachrichtung nachweisen. Von dieser Verpflichtung können Sie auf Antrag befreit werden, wenn Sie den Beruf aus persönlichen Gründen, insbesondere wegen Krankheit oder Elternzeit, gegenwärtig nicht ausüben. Bei der erstmaligen Eintragung als freischaffendes Mitglied wird auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit, wer eine eigenverantwortliche Tätigkeit für andere noch nicht ausübt (Existenzgründung). Diese Befreiung wird für längstens ein Jahr erteilt.

Örtliche Voraussetzungen

Eintragungsvoraussetzung ist weiter, dass Sie im Land Niedersachsen einen Wohnsitz oder eine berufliche Niederlassung haben oder in Niedersachsen ganz oder teilweise den Beruf ausüben.

Antragsformular

Das Antragsformular für die Eintragung in die Architektenliste sowie Erläuterungen zu den anfallenden Kosten für Eintragung und Mitgliedschaft stehen hier zum Download bereit, bzw. können telefonisch bei der Geschäftsstelle des Eintragungsausschusses der Architektenkammer Niedersachsen angefordert werden (Tel. 0511/28096-17), kerstin.karper(at)aknds.de

Berufsständisches Versorgungswerk

Mit der Eintragung in die Architektenkammer Niedersachsen ist eine eigene Altersversorgung im Rahmen der Bayerischen Architektenversorgung verbunden. Nähere Auskünfte erteilt die Bayerische Versorgungskammer, Bayerische Architektenversorgung, 81921 München, http://www.versorgungskammer.de/, Telefon: (089) 9235-7350 (Hotline).

Broschüren

Lesen Sie "1,2,3...dabei", unsere Infos für Absolventen.
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Ihre Ansprechpartnerin

Kerstin Karper
Tel. 0511 28096-17
kerstin.karper(at)aknds.de

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