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Foto: Menz

Aktuell

Arbeitskreise der Sachverständigen offen für Neueinsteiger

21.04.2017

Arnold Derks ist Innenarchitekt und Vorsitzender des Arbeitskreises der freien und öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Schäden an Gebäuden. Regelmäßig trifft er seine Kolleginnen und Kollegen im Laveshaus der Architektenkammer Niedersachsen in Hannover zum Erfahrungsaustausch. Gemeinsam diskutieren sie auch neue Rechtsprechungen, gehen aktuelle Gutachten durch und berichten von Erfahrungen. Ein weiterer Arbeitskreis tagt manchmal gleich nebenan. Diethelm Benkendorff leitet die Gruppe der Wertermittler. Auch hier steht der praktische Erfahrungsaustausch im Vordergrund.

Interessierte, die ebenfalls als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige tätig sind, oder die es werden wollen, sind herzlich eingeladen, an den Treffen teilzunehmen. Kontakt über die Geschäftsstelle, Frau Kirou, Telefon 0511 28096-31, dimitra.kirou(at)aknds.de

 

So werden Sie öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger

Die Bezeichnung „Sachverständiger“ ist gesetzlich nicht geschützt, prinzipiell darf sich jeder Sachverständiger nennen, der über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt. Hiervon zu unterscheiden ist die öffentliche Bestellung und Vereidigung als Sachverständiger. Der öbv Sachverständige muss vor der Bestellung seine persönliche und fachliche Eignung in einem Bestellungsverfahren nachweisen. Der Gesetzgeber hat dem besonderen Qualifikationsmerkmal Rechnung getragen, indem er vorsieht, dass für die Erstellung von Gerichtsgutachten öffentlich bestellte Sachverständige herangezogen werden sollen. Die Architektenkammer Niedersachsen hat das Recht, Sachverständige öffentlich zu bestellen und zu vereidigen und eine eigene Sachverständigenordnung, welche die Rechte und Pflichten des öbv Sachverständigen und Details zum Bestellungsverfahren regelt. Folgende Sachgebiete hat die Kammer eingerichtet:

  • Schäden an Gebäuden / Freianlagen / Ausbauten in Innenräumen
  • Bewertung bebauter u. unbebauter Grundstücke
  • Leistungen u. Honorare der Architekten
  • Vorbeugender Brandschutz
  • Bauphysik (Schall- u. Immissionsschutz / Wärme- u. Feuchteschutz)
  • Baupreisermittlung und Abrechnung im Hoch- u. Ingenieurbau
  • Inventarbewertung in Hotel- u. Gaststättenbetrieben
  • Umwelt- u. Gesundheitsschutz an Gebäuden

Der Bewerber muss bei der Architektenkammer die Bestellung schriftlich beantragen. Bevor ein Kandidat zur weiteren Sachkundeprüfung zugelassen wird, muss er zunächst diverse formelle Voraussetzungen erfüllen, z.B. den Nachweis über eine mindestens fünfjährige Berufspraxis, mindestens drei sachgebietsbezogene Gutachten sowie mindestens zwei Sachverständigen-Seminare.

Die Sachkundeprüfung erfolgt durch ein unabhängiges Fachgremium, dem der Antragsteller nachzuweisen hat, dass er die erforderliche fachliche Kompetenz besitzt. Für jedes Sachgebiet bestehen inhaltliche Vorgaben, über welche Kenntnisse der Prüfling verfügen muss. Die erforderliche Sachkunde kann der Kandidat insbesondere durch den Besuch von Fachseminaren, das Studium diverser Fachliteratur und praktische Tätigkeiten erwerben. Die Prüfung selbst beinhaltet einen schriftlichen Teil (Klausur) sowie ein Prüfungsgespräch. Im Falle einer positiven Bewertung durch das Fachgremium erfolgt – nach Entscheidung des Vorstandes der Architektenkammer – die Vereidigung durch den Kammerpräsidenten. Im Anschluss erhält der Sachverständige die Bestellungsurkunde, den Ausweis und einen Rundstempel.

Viele öbv Sachverständige haben sich ausschließlich auf die lukrative Tätigkeit als Gutachter spezialisiert. Die Nachfrage nach privaten und gerichtlichen Sachverständigengutachten ist nach wie vor hoch – die Zahl der Neubestellungen jedoch gering.

Haben Sie Fragen zu den Einzelheiten und den Kosten des Bestellungsverfahrens?
Kontakt: 0511 28096-35
carola.john(at)aknds.de